Interview mit einem Bankberater - Teil 1 - Ausbildungsmöglichkeiten

Mittwoch, 26.11.2014

Artur Derr - 22 - ist ausgebildeter Bankkaufmann mit der Zusatzqualifikation "Finanzassistent". Er arbeitet in einer Vollzeitstelle als Privatkundenbetreuer für die Volksbank Lahr. In diesem mehrteiligen Interview gibt er einige sehr interessante Hintergründe zur Ausbildung preis, auch im Hinblick auf ein Studium mit dem Ziel, Investmentbanker zu werden. Außerdem habe ich mit ihm über die Anlageberatung, seinen Beruf und Finanzielle Freiheit im Allgemeinen gesprochen.

Im ersten Teil geht es um die Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. einige wissenswerte Hintergründe und Aspekte, die dich bestimmt interessieren werden, wenn du einen ähnlichen Ausbildungs- und Berufsweg einschlagen möchtest.

 

Dieses Interview wurde am 26.11.2014 über Skype geführt und danach von mir transkribiert:

 

Kolja Barghoorn: Was ist der Unterschied zwischen einem Bankkaufmann und der Zusatzqualifikation "Finanzassistent"?

Artur Derr: Ich habe die Ausbildung zum Bankkaufmann und Finanzassistent in einem Jahr weniger absolvieren können, weil ich vorher bereits mein Abitur gemacht habe. Anstatt allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Gemeinschaftswesen, hatte ich gesonderte Fächer wie Immobilien, Versicherungen und Steuerfachrecht. (Die gewöhnliche Dauer der Ausbildung beträgt 2,5-3 Jahre)

Kolja: Viele junge Privatanleger und angehende Kapitalisten fragen mich, was die beste Ausbildung oder das beste Studium ist, um später beispielsweise als Investmentbanker zu arbeiten?

Artur: Wenn man zu einer großen Bank ins Investmentbanking will ist ein Studium im Prinzip Pflicht! Die schauen sich teilweise nicht mal wirklich die Bewerbungen komplett durch, wenn du kein Studium absolviert hast. Quereinstieg ist zwar theoretisch möglich z.B. wenn man extrem gut ist oder über ein gutes Netzwerk verfügt, aber im Regelfall gibt es hier nur den Weg über das Studium.

Kolja: Gibt es noch andere Ausbildungsberufe in dem Bereich außer dem Bankkaufmann?

Artur: Es gibt bei uns z.b. noch das Bachelor-Studium, wo man praktisch alles das lernt, was ich auch gelernt habe, aber zusätzlich noch mehr Fachwissen durch die Hochschule und den akademischen Titel erhält.

(Kolja - Interessant wären u.U. auch die Ausbildungsberufe:

1. Immobilienkaufmann

2. Kaufmann für Versicherungen & Finanzen )

Kolja: Was sollte ich denn studieren wenn ich Investmentbanker werden will, VWL, BWL?

Artur: Da kenne ich mich nicht so gut aus aber ich würde sagen Finanzmanagement, International Management, mit einem allgemeinen Studium geht es auch aber spezifischer ist besser.

Kolja: Mein Kollege hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und konnte dann z.B. nach einem weiteren Jahr auch das VWL-Diplom abstauben. MBA ist glaube ich auch nicht schlecht. (MBA = Master of Business Administration)Wie sind bei dir denn die Ziele? Wie lange arbeitest du schon in der Bank?

Artur: Seit August diesen Jahres bin ich fest angestellt, ein Studium peile ich auf jeden Fall noch an aber ich weiss noch nicht ob nebenberuflich oder Vollzeit. Ich will auf jeden Fall noch weiter kommen, besser beraten können und mich weiterentwickeln.

Kolja: Gibt es neben Ehrgeiz und persönlichem Engagement sonst noch Charaktereigenschaften oder Fähigkeiten, die in der Bankenbranche gefragt sind? Was sind deine Erfahrungen?

Artur: Jegliche Art von Wissen, Erfahrung und "Soft Skills"

(Soft Skills: Soziale Kompetenz: die Gesamtheit individueller Einstellungen und Fähigkeiten, die dazu dienlich sind, eigene Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne auch das Verhalten und die Einstellungen dieser Gruppe zu beeinflussen. Soziale Kompetenz umfasst eine Vielzahl von Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich bzw. notwendig sind. Ein zuweilen mit ihr gleichgesetzter Teilaspekt der sozialen Kompetenz ist dabei die sogenannte soziale Intelligenz als „Fähigkeit, andere zu verstehen sowie sich ihnen gegenüber situationsangemessen und klug zu verhalten“ - Quelle: Wikipedia) 

Ich komme ursprünglich aus Nord- Sibirien und spreche fließend russisch. In der Gegend wo ich arbeite sind viele Russland-Deutsche und dementsprechend kann ich russisch beraten. Also sind Sprachen oft ein Pluspunkt.

Kolja: Ja das kenne ich von einem Kollegen der in London bei einer Bank arbeitet und dort gegenüber Bewerbern den Vorteil hatte, dass er neben englisch auch perfekt deutsch spricht.

(Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Beratung an sich, Das Kundengeschäft und Finanzielle Ziele, sowie Verpflichtungen)

 

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