Wie ich 7.500 € in P2P Kredite investiere

In diesem Artikel werde ich dir Schritt-für-Schritt zeigen, wie ich 7.500,- Euro in P2P-Kredite investiere und wie auch du diese Anlage in deine Asset Allocation einbauen kannst (sofern du eine größere Portion Risikobereitschaft mit im Handgepäck hast). Ich habe bisher immer nur spärlich und über eine einzige Plattform nämlich Aux-Money in P2P Kredite investiert und Bodo, mein Investment-Affe hat mir geraten, dies ein wenig auszubauen, um eine Wertanlage zu haben, die wenig mit den Aktienmärkten korreliert.

Braver Bodo.

Um ehrlich zu sein, wette ich, dass er es mir nur vorgeschlagen hat, weil er auch am Wochenende investieren will ;-)

 Überblick über P2P Markt

Aber da sich seit damals dieser Bereich sehr stark entwickelt hat und es viele neue Optionen und Plattformen für Anleger gibt, habe ich mich entschlossen mich mehr einzuarbeiten.

Der Markt für P2P-Kredite hatte im Jahr 2012 ein Volumen von ca. 1,2 Milliarden US-Dollar, in Jahr 2015 betrug das Volumen schon 64 Milliarden $. Der Markt wächst also sehr stark und da will ich natürlich, wie sich das für einen rationalen Kapitalisten gehört, auch mein Stück vom Kuchen haben. (Quelle: Statista)

Dabei hilft mir Lars Wrobbel, der Gründer des Blogs - Passives Einkommen mit P2P-Privatkrediten - mit dem ich auch schon ein Buch zu diesem Thema geschrieben habe.

Für die, die nicht wissen was P2P Kredite sind, hier noch einmal eine kurze Erklärung:

P2P, ist die Abkürzung für Peer-to-Peer. Peer bedeutet auf Deutsch so viel wie Ebenbürtiger, dabei ist bei P2P Krediten gemeint, dass zwei Ebenbürtige also zwei Menschen gemeinsam einen Kredit abschließen. Peter braucht Geld, dass er nicht hat für ein neues Auto und ist dafür bereit mehr zurückzuzahlen als er bekommt. Max ist bereit sein Geld zu verleihen und bekommt dadurch, wenn alles gut läuft, eine Rendite in Form von Zinsen von Peter. 

Das funktioniert nun nicht über einen Dönerladen, sondern über P2P-Plattformen, auf denen kann man zum einen Kredite beantragen, aber eben auch in die Kredite, die Andere aufnehmen, investieren bzw. diese finanzieren, um so eine Rendite in Form von Zinsen zu erhalten. Als rationale Investoren stehen wir natürlich auf der Seite, die die Rendite erhält und nicht auf der, die Schulden aufnimmt, wir werden dabei sozusagen zu einer Bank.

Aber darauf will ich heute gar nicht mehr länger eingehen, da ich zu diesem Thema schon einiges an Informationen auf meinem Kanal, aber natürlich auch in unserem Buch veröffentlicht habe.

Ich werde heute in drei der größten Plattformen investieren nämlich in, Mintos, Twino und Bondora. (Mintos und Twino Affiliate-Links)

Die drei Plattformen werden in der P2P-Szene, in der auch Lars sehr aktiv ist, immer sehr gelobt, nur zu Bondora gibt es etwas kontroverse Meinungen, doch er hat bisher mit allen dreien gute Erfahrungen gemacht. (Hier gibt es den Blog-Artikel übrigens auch als Video:

Wie ich 7.500 € in P2P Kredite investiere - P2P Mintos, Bondora, Twino Tutorial 

1. Schritt: Die Registrierung & Einzahlung 

Bevor man investieren kann muss man sich natürlich erst mal registrieren. Das funktioniert ziemlich einfach. Man braucht dazu kein Post-Ident Verfahren oder sonstiges sondern kann sich einfach mit seiner Ausweisnummer, der Adresse, dem Namen und noch ein paar weiteren Angaben als Investor registrieren. Die einzelnen Plattformen sind oben im Blog-Beitrag und unter diesem Artikel verlinkt.

Wenn man sich registriert hat, erhält man ein Investorenkonto, auf das man von seinem Girokonto Geld überweisen kann. Ich habe das schon vorher gemacht und habe jetzt auf jeder der drei Plattformen 2.500,- Euro deponiert.

Wenn der Schritt der Registrierung und Überweisung geschafft ist, dann kann man auch schon beginnen sein Portfolio aufzubauen.

2. Schritt: Kreditauswahl - Manuell oder Automatisch?

Die erste Möglichkeit die man hat, ist es direkt in einzelne Kredite zu investieren. Man hat dafür bei allen drei Plattformen eine Übersicht über die verschiedensten Kredite in die man investieren kann.

Zu jedem Kredit gibt es ein Rating, dabei handelt es sich um ein Bonitäts-rating. Dieses zeigt an, wie risikoreich der jeweilige Kredit ist und wie hoch die Chance ist, sein Geld am Ende der Laufzeit wieder zurückzubekommen, bzw. wie hoch das Ausfallrisiko ist. Die Ratings werden nicht von den Plattformen selber sondern von unabhängigen Finanzdienstleistern erstellt.

Das Rating-System von Bondora:

Schritt 3: Welches Rating? Risiko/Rendite Entscheidung

Das ist so ähnlich wie auch bei Anleihen von Staaten oder großen Unternehmen, die auch von Unternehmen wie Standard and Poors oder Fitch je nach Bonität geratet werden. Doch genau wie bei Anleihen sind auch die Ratings bei P2P-Krediten mit Vorsicht zu genießen.

Man sollte nicht glauben, dass Kredite die mit einem Top-Rating wie A bewertet sind nicht ausfallen können, tatsächlich hat Lars bei Aux-Money die Erfahrung gemacht, dass mehr A Kredite ausgefallen sind als Kredite mit schlechterem Rating. Natürlich hat das auch viel mit Zufall zu tun, zeigt aber, dass auch diese Ratings keine Garantie sind, sonst würde es ja auch keine Rendite geben.

Die Kredite mit schlechterem Rating haben natürlich meist mehr Rendite, doch es macht trotzdem keinen Sinn nur in sehr risikoreiche Kredite zu investieren, da es bei den Krediten eine Maximalrendite gibt, die man ohnehin nicht übertreffen kann.

Das ist also nicht wie an der Börse, bei der man beispielsweise 1980 in Apple investieren, und damit aufgrund von Glück oder eines unfassbar genialen Verstandes eine Rendite von ca.3800 % erzielen konnte.

Breite Diversifikation

Da man gar keine Chance hat mit P2P Krediten solche horrenden Renditen zu erzielen, ist es ganz egal wie breit man diversifiziert, man hat durch eine Fokussierung, die an der Börse teilweise hohe Renditen mit sich bringen kann bei P2P-Krediten keine Vorteile. Deshalb kann und sollte man bei P2P-Krediten sehr breit diversifizieren.

Außerdem ist bei P2P-Krediten der Ausfall auch häufiger als Insolvenzen bei Unternehmen, es gibt also keine Wertschwankungen, dafür hat man schneller einen realisierten Verlust, ein weiterer Grund also um sehr breit zu diversifizieren.

Lars rät jeden Kredit mit ca. einem Prozent im Depot zu gewichten, bei mir sind das also jeweils 25 Euro, da ich auf jeder Plattform 2.500.- € investieren werde.

Jetzt noch kurz zu den Hauptunterschieden, die es zwischen den einzelnen Plattformen gibt.

Unterschiede zwischen den Plattformen

Bei Bondora erfährt man sehr viel über die Person, die hinter dem Kredit steht, aber weniger über den Kredit selbst.

Mintos bietet die meisten Informationen zu den Krediten. Bei Mintos bekommt man bei Krediten von Unternehmen eine Übersicht über die finanzielle Lage des Unternehmens in Form einer etwas vereinfachten Bilanz, außerdem erhält man diverse Informationen zum Kredit selbst. Bei anderen Krediten, wie beispielsweise Krediten für Häuser oder Autos, bekommt man Informationen zum Wert der Sicherheiten, die hinterlegt sind.

Bei Mintos gibt es eine Kennzahl die angibt, wie viel Prozent des Kredites durch die hinterlegte Sicherheit abgedeckt wird. Die Kennzahl wird als LTV bezeichnet, was so viel heißt wie Kredit zum Wert, je niedriger das LTV ist, desto höher ist auch die Rendite des Kredites. (loan-to-Value)

Welche Sicherheit hinter den Krediten steht, findet man auch bei den Angaben zum Kredit.

Wenn man sich also intensiv mit den einzelnen Krediten auseinandersetzen will, bietet Mintos wohl die beste Alternative.

Twino ist so ziemlich das Gegenteil davon, es gibt keine Ratings oder sonstiges. Das liegt daran, dass bei Twino das ganze System etwas anders aufgebaut ist, während es bei den anderen beiden Plattformen Renditeunterschiede zwischen den einzelnen Krediten gibt, haben bei Twino alle Kredite die gleiche Rendite.

Das funktioniert indem man als Investor eine Rückkaufgarantie von Twino bekommt, wenn also der Kredit ausfällt bekommt man sein Geld plus Zinsen, die während der Zeit in der man den Kredit im Depot hatte angefallen sind. Dadurch hat der Investor bei jedem Investment ein gleich großes Risiko und bekommt dafür auch eine gleichbleibende Rendite, die aktuell bei 12% liegt.

Das Risiko besteht bei Twino nicht mehr im Ausfall des Kredites, sondern darin, dass Twino kein Geld mehr hat um Kredite, sollten sie ausfallen, zurückzukaufen.

Vor allem für Anleger, die sich nicht so sehr mit den einzelnen Krediten auseinandersetzen wollen, bietet damit Twino ein gutes System.

Auch bei Mintos haben manche Kredite eine Rückkaufgarantie, sie sind mit einem Schild gekennzeichnet.

Ein weiterer Unterschied zwischen Twino, Mintos und Bondora ist, dass es bei Mintos und Twino sehr viele kurzfristige Kredite gibt, teilweise mit Laufzeiten von nur einem Monat, sogenannte Pay-Day-loans.

Was mich damals bei Aux-Money immer genervt hat war, dass es oft passiert ist, dass ich in Kredite investiert habe, diese dann aber nicht zu Stande gekommen sind weil nicht genug Andere in den jeweiligen Kredit investiert haben. Das Geld kam dann wieder zurück auf mein Konto und ich hatte immer wieder den Aufwand neue Kredite zu suchen und das Geld erneut zu investieren. 

Das war nervig und zeitaufwendig...

Mintos und Twino haben für dieses Problem eine Lösung gefunden. Bei Mintos werden die Kredite von sogenannten Darlehensanbahnern vorfinanziert. Das sind Unternehmen, die den kompletten Kredit vorfinanzieren, als Anleger hat man dann die Chance sich an der schon abgeschlossenen Finanzierung zu beteiligen. Der große Vorteil ist, dass man nicht abhängig von anderen Anlegern ist, man spart sich dadurch sehr viel Zeit und muss nicht immer neue Kredite suchen, da man einfach den gewünschten Anteil am Kuchen (Kredit) kauft.

Twino ist selbst der Darlehensanbahner, was aber für uns Anleger eigentlich keinen Unterschied macht.

Die Darlehensanbahner sind bei Mintos gleichzeitig auch die Unternehmen, die bei manchen Krediten eine Rückkaufgarantie anbieten.

Das ist eigentlich auch einer der größten Unterschiede zwischen Mintos und Twino, Twino macht die Geschäfte auf eigene Faust und bietet nicht nur die Plattform sondern auch das ganze Drumherum. Mintos stellt hingegen nur die Plattform und die Darlehensanbahner machen die Kredit-Geschäfte.

Mintos hat übrigens sieben solcher Darlehensanbahner, die sich alle auf einen speziellen Kreditbereich spezialisiert haben. Für alle Interessierten hier noch eine kurze Auflistung der Darlehensanbahner:

ACEMA spezialisiert sich auf Hypotheken und ist eines der führenden Nicht-Bank Unternehmen in diesem Bereich, das Unternehmen hat seinen Sitz in Tschechien und ist schon seit 2002 aktiv. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mehr als 500 Darlehen mit einer Gesamtsumme von mehr als 14 Millionen Euro vergeben. Im Dezember 2015 betrug das Gesamtvermögen des Unternehmens mehr als 36 Millionen EUR und der Gewinn aus dem Kerngeschäft lag bei 4,4 Millionen Euro.

Die 2007 gegründete Capitalia hat sich auf die Finanzierung von Unternehmenskrediten für kleine und mittlere Betriebe spezialisiert. Das Unternehmen hat bisher schon mehr als 10 Millionen Euro an ca.500 verschiedene Unternehmen verliehen.

Die 2010 gegründete Creamfinance ist ein führendes Verbraucherkredit-Unternehmen das sehr stark im Fin-Tec-Bereich tätig ist. Das Unternehmen bietet vor allem Verbraucherkredite in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern an. Das Unternehmen ist dabei in folgenden sechs Ländern aktiv Lettland, der Tschechischen Republik, Polen, Georgien und der Slowakei. Creamfinance hat in seinen Büros insgesamt 210 Mitarbeiter und verleiht pro Jahr etwa 60 Millionen Euro. 

Debifo ist der erste Factoring-Anbieter für kleine und mittlere Unternehmen in Litauen. Beim Factoring handelt es sich um ein Kreditgeschäft, bei dem Debifo bzw. wir als Anleger die Rechnungen kleiner Unternehmen übernehmen. Dabei handelt es sich bei den Unternehmen, um welche die als Kunden große Konzerne haben. Die großen Konzerne haben oft sehr lange Zeiträume in denen sie ihr Rechnungen tilgen können, da die kleinen Unternehmen mit diesen Zahlungsverzögerungen aber oft schwer umgehen können kommen wir ins Spiel. Wir tilgen sozusagen die Rechnungen der großen Konzerne, die kleineren Betriebe bleiben liquide und wenn sie die Zahlungen erhalten bekommen wir unser Geld plus Zinsen zurück.

Debifo hat allein seit Mai 2015 1 Millionen Euro verliehen.

Die 2014 gegründete Hipocredit ist eines der Unternehmen der Mintos Gruppe. Das Unternehmen hat sich auch auf Hypothekenfinanzierung sowohl für Verbraucher aber auch für Unternehmen spezialisiert. Hipocredit ist von der Struktur her sehr interessant, es beschäftigt nämlich nur 5 Mitarbeiter und setzt sehr stark auf Outsourcing.

Mano Unija ist das größte Kreditunternehmen Litauens, es wurde schon 1996 gegründet und ist damit der älteste unter den sieben Darlehensanbahnern. Bis heute hat MANO UNIJA über 356 Unternehmenskredite im Wert von 12 Millionen Euro vergeben. Das Unternehmen spezialisiert sich zwar auf Unternehmenskredite bietet aber auch Hypotheken, Auto- und Verbraucherkredite an

Mogo ist einer der größten Nicht-Bank-Autokreditanbieter und in Estland, Lettland, Litauen und Georgien aktiv. Seit der Firmengründung im Jahr 2012 hat Mogo insgesamt über 60 Millionen Euro Darlehen vergeben und beschäftigt aktuell mehr als 200 Angestellte.

Übrigens bieten nur Mogo und Creamfinance Rückkaufgarantien an, dafür bieten die beiden diese aber fast bei allen Krediten.

Bei Mintos erfolgt der Rückkauf übrigens, wenn ein Kredit 60 Tage in Verzug ist, bei Twino wird er schon nach 30 Tagen zurückgekauft.

Bondora hat noch kein System in dem Kredite vorfinanziert werden, deshalb sollte man, insofern man die Kredite einzeln auswählen will, auf die Kennzahl Funded/Left bzw. Finanziert/Verbleibend und darauf achten, wie lange die Finanzierung noch dauert, das steht gleich daneben unter der Kategorie „Finanzierung Endet“.

Wenn ein Kredit schon zu fast 100% finanziert ist und noch ein bisschen Zeit übrig ist, wird die Finanzierung vermutlich zu Stande kommen. Wenn allerdings die Finanzierung in ein paar Stunden endet der Kredit aber erst zu 60% finanziert ist, sollte man diesen vielleicht nicht gerade wählen, da man sonst eventuell im Nachhinein noch einmal einen Kredit suchen muss. Das ist mir vorher schon bei Bondora öfters passiert, da ich da schon länger investiere.

Bisher habe ich nur über die Möglichkeit gesprochen am Anfang der Laufzeit bzw. der Finanzierung in Kredite zu investieren. Doch es gibt bei den Plattformen Bondora und Mintos auch noch eine weiter Möglichkeit, nämlich den Sekundär- bzw. Zweitmarkt.

Der Sekundärmarkt

An der Börse handeln wir als Anleger auch zu 99% am Sekundärmarkt. Wenn eine AG ihren IPO hat oder eine Anleihenemission, dann befinden sich die Aktien bzw. Anleihen noch im Primärmarkt. Wenn man Aktien direkt beim IPO kauft, kauft man sie also am Primärmarkt. Sobald die Käufer die die Wertpapiere am Primärmarkt gekauft haben ihre Wertpapiere wieder verkaufen, dann spricht man von einem Sekundärmarkt.

Und wann verkaufen Anleger ihre Wertpapiere? Genau, wenn sie das Vertrauen in eine positive Entwicklung verloren haben bzw. denken, die Aktien sind weniger Wert als ihr aktueller Preis.

Genauso ist es auch bei den P2P-Krediten, wenn man gleich bei der Finanzierung kauft, dann kauft man am Primärmarkt. Wenn Kredite aber schon eine Weile im Verzug sind oder Anleger ihr Geld vorzeitig brauchen, dann können sie ihre Kredite am Sekundärmarkt, zu einem vergünstigten oder manchmal sogar verteuerten Preis verkaufen.

Bei Mintos gibt es dazu am Sekundärmarkt die Kennzahl Price/Discount, dabei steht unterhalb um wie viel Prozent der Kredit verbilligt bzw. manchmal verteuert ist. Auch steht dabei ob und wie lange der Kredit schon in Verzug ist.

Wenn ein Kredit mit einem ordentlichen Rabatt notiert, aber schlussendlich doch nicht ausfällt kann man seine Rendite ordentlich aufbessern, allerdings hat man auch ein erhöhtes Risiko.

Am Sekundärmarkt gibt es oft interessante Angebote, mit denen man eine tolle Rendite erwirtschaften kann. Wer sich dafür interessiert kann mal auf dem Blog - P2P Anlage.de - von Andreas vorbeischauen, der hat sich auf den Zweitmarkthandel spezialisiert und konnte damit astronomische Renditen erzielen.

Doch man sollte sich bewusst sein, dass dieses Geschäft sehr viel Zeitaufwand fordert und man den ROTI (Return on Time invested) nie außer Acht lassen darf. Außerdem kommt jede Rendite die man zusätzlich zum risikofreien Zinssatz erhält durch ein gewisses Risiko zu Stande, auch in diesem Fall.

Für manche von euch ist der Sekundärmarkt aber trotzdem eine gute Möglichkeit, doch in diesem Artikel soll es eher darum gehen möglichst passiv in P2P-Kredite zu investieren.

Ich werde aber weder direkt am Primärmarkt noch am Sekundärmarkt in einzelne Kredite investieren. Stattdessen werde ich mit Hilfe der Auto-Invest Funktion investieren, die alle drei Anbieter anbieten.

Schritt 4: Aufbau des Auto-Invests

Dabei wird automatisch in ein breit diversifiziertes Portfolio an P2P-Krediten investiert außerdem kann ich einstellen, dass das Geld gleich wieder reinvestiert werden soll und vieles mehr, aber dazu kommen wir später noch.

Für mich ist das Ziel im Fall der P2P-Kredite ein wirklich passives Einkommen zu erzielen, das bedeutet für mich weder jetzt noch während der Laufzeit viel Arbeit mit meinen drei Investments bzw. Depots zu haben. Dabei fallen auch keine Gebühren oder sonstiges an.

Ich habe mich ja jetzt auch schon eine Weile mit dem Thema beschäftigt und für mich persönlich festgestellt, das ich keine Ansprüche daran stelle, was der Kreditnehmer mit meinem Geld macht. Ob er sich ein Auto kauft oder sich seine Ausbildung finanziert ist mir relativ egal, ich will einfach nur Rendite dafür, dass ich ihm mein Geld leihe.

Deshalb kann ich die Arbeit der Kreditauswahl auch einfach einem Computer überlassen. Es kann auch sein, dass das bei dir ganz anders ist, aber das ist ja das tolle an unserer Zeit, jeder kann das wählen, was für ihn passt.

Nun kommen wir zum Praxisteil dieses Artikels, ich werde jetzt bei allen drei Plattformen mein Geld mit Hilfe der Auto-Invest Funktion, bei Mintos und Twino bzw. der Portfoliomanager-Funktion, bei Bondora investieren. Auch wenn die Namen bei den Plattformen unterschiedlich sind, ist das Prinzip das Gleiche.

Bei Bondora funktioniert das am Einfachsten, man hat dabei drei verschiedene Portfoliomanager zur Auswahl. Einen Konservativen, einen Ausgewogenen und einen Progressiven.

Die erwartete Rendite unterscheidet sich bei den dreien nur minimal, weshalb es eigentlich keinen großen Unterschied macht. Interessanterweise hat das ausgeglichene Portfolio eine höhere erwartete Rendite als das Progressive.

Unter diesem Auswahlfeld findet man zwei Grafiken in denen man sieht wie die Kredite zum einen nach Risikoklassen und nach Ländern aufgeteilt werden. Natürlich sind wie oben schon erwähnt die Risikoeinschätzungen mit Vorsicht zu genießen, denn wieso sollen Kredite aus Estland sicherer sein als Kredite aus Spanien?

Ich habe mich für den ausgeglichenen Portfoliomanager entschieden. Danach muss man diesen nur auswählen, die AGBs bestätigen und schon wird das ganze Geld vom Depot in das Portfolio investiert.

Das funktioniert bei Bondora also wirklich sehr einfach, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Würde ich beispielsweise einen Teil meines Geldes in das konservative und einen in das ausgeglichene Portfolio investieren wollen, dann müsste ich dafür extra ein neues Profil erstellen, da ich immer nur in ein einziges Portfolio investieren kann.

Wenn ich neues Geld einzahle wird das auch sofort in das Portfolio investiert.

Lars sagt aber, er hat damit trotzdem keine schlechteren Erfahrungen gemacht bzw. Renditen erzielt als bei anderen Plattformen bei denen man mehr Auswahlmöglichkeiten hatte.

Bondora bietet sich damit für den ganz passiven Anleger, der sich möglichst gar nicht mit seinen P2P-Investments beschäftigen will.

Als nächstes werde ich bei Mintos investieren, wie gesagt fallen für die Auto-Invest Funktion bei keiner der Plattformen Kosten an, was sich aber natürlich immer wieder ändern kann.

Mintos ist beispielsweise ein sehr junges Unternehmen, wenn es auf einmal merkt, dass die Strategie nicht aufgeht und es Verlust einfährt kann es durchaus passieren, dass irgendwann einmal Gebühren auf Zinsen anfallen. Aber das ist ein ganz normales Operationsrisiko, dass man auch hat, wenn man sein Geld auf ein Tagesgeldkonto legt.

Um nicht immer auf der Plattform nachschauen zu müssen ob sich etwas geändert hat, oder es spezielle Angebote gibt, kann es deshalb sinnvoll sein einfach den Newsletter der Plattformen zu abonnieren.

Bei Mintos findet man, wenn man eigeloggt ist, oberhalb eine Leiste auf der auch die Kategorie „Auto-Invest“ aufgelistet ist. In dieser Kategorie kann man ein neues Auto Invest Portfolio einrichten, was ich jetzt auch einfach mal machen werde. Dabei gibt es schon viel mehr Auswahlmöglichkeiten als bei Bondora.

Dabei hat man jetzt auch die Möglichkeit auszuwählen, wie viel man diversifizieren will, welche Laufzeit die Kredite haben sollen usw. Da das aber auf den Seiten selbst immer erklärt wird, werde ich nicht mehr genauer auf die einzelnen Kategorien eingehen.

Eine Sache die man aber beachten sollte, ist es nicht zu strenge Kriterien auszuwählen, da es sonst passieren kann, dass der Computer nicht genügend Kredite findet, die den Kriterien entsprechen.

Wenn man das ausgefüllt hat, muss man noch auf speichern klicken, danach muss man das Portfolio aktivieren und das Geld wird automatisch investiert. Wenn sich die eigenen Bedürfnisse einmal ändern, kann man das Portfolio auch ändern, doch wie gesagt sollte man immer den ROTI beachten.

Man kann bei Mintos und auch bei Twino viele verschiedene Portfolios erstellen, je nach Bedürfnis.

Zum Schluss werde ich noch mein Geld bei Twino investieren. Ein Nachteil bei Twino ist für manche vielleicht, dass es die Plattform nur auf Englisch gibt, während die anderen Plattformen jeweils auch eine deutsche Seite haben.

Bei Twino funktioniert das Erstellen ähnlich wie bei Mintos. Man klickt in der Kategorie Auto-Invest auf den Create Button. Danach kommt man wieder in ein Formular in dem man wieder diverse Kriterien angeben kann.

Fast fertig ;-)

Dabei unterscheidet sich das Formular bis auf die Begriffe nicht sonderlich vom Formular, das man bei Twino ausfüllen musste.

Danach kann man das ganze einfach speichern und das Geld wird automatisch investiert.

Das Anlegen selbst hat insgesamt nicht einmal zwanzig Minuten gedauert. Während ich die anderen beiden Portfolios eingerichtet habe, wurden bei Bondora schon 2365 Euro investiert, und während ich Twino eingestellt habe wurde bei Mintos schon mein gesamtes kapital investiert.

In der Kategorie „Meine Investments“ bekommt man auch einen Überblick über die Kredite in die der Auto-Investor investiert hat.

Jetzt noch ein paar kurze Anmerkungen zu P2P-Investments im Allgemeinen.

Viele Anleger lassen sich von P2P-Investments auch deshalb abbringen, weil man die Zinseinkünfte in der Steuererklärung angeben muss. Das funktioniert zwar nicht automatisch wie bei Online-Brokern, aber es ist viel einfacher als man vorerst denkt.

Lars hat in seinem letzten Artikel genau über das Thema Steuern bei P2P-Krediten geschrieben. Er zeigt dir genau wie du das ganze schnell und ohne viel Zeitaufwand über die Bühne bringst.

Das ich nicht mehr in Aux-Money investiere liegt zwar auch an ein paar oben genannten Gründen, aber vor allem daran, dass Aux-Money mir nicht erlaubt mit meinem spanischen Geschäftskonto auf der Plattform zu investieren.

Ich war aber ansonsten nicht unzufrieden mit Aux-Money und vor allem für Anfänger ist die Plattform gut geeignet um Erfahrung zu sammeln, da man auch noch ein bisschen engeren Kontakt zu den Kreditnehmern erhält, was das Vertrauen ins P2P-Geschäft steigert.

Ich habe vorher schon einmal über Diversifikation gesprochen, die macht aber, vor allem wenn man größere Investitionssummen hat, nicht nur zwischen den Krediten sondern auch zwischen verschiedenen Anbietern Sinn.

Manche Anleger investieren nur in eine Plattform, machen damit schlechte Erfahrungen und verdonnern dann P2P-Kredite im Allgemeinen. Wenn man so denkt macht man allerdings zwei Fehler, zum einen heißt es nicht, dass eine Schule schlecht ist nur weil ein Schüler sitzen bleibt. Und zum anderen ist nicht das Schulsystem schlecht nur weil eine Schule schlecht ist.

Wie man ja in diesem Artikel gesehen hat, gibt es zwischen den Plattformen viele Unterschiede. Jede hat ihre Vorteile und Nachteile die auch immer je nach dem Investor mehr oder weniger ins Gewicht fallen.

Aber grundsätzlich sind P2P-Kredite ein rational verständliches Investment, dessen Prinzip schon seit Jahrhunderten existiert, nur eben in immer abgewandelter Form.

Ich hoffe du konntest aus diesem Artikel etwas für dich mitnehmen.

Ps: Updates von meinen P2P-Investments wird es quartalsweise geben.

Hier geht's zur Anmeldung bei den Plattformen:

 

Mintos:
Bondora:

 

 

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