Meine klassische Buy-and-hold Strategie

Heute geht es um meine aktuelle Aktienstrategie für langfristigen Vermögensaufbau. 

Bevor ich jedoch erkläre, warum ich was tue, möchte ich noch kurz darauf eingehen welche Faktoren eine Strategie beeinflussen können.

 

 

 

Wovon hängt eine Strategie ab?

Die Aktienstrategie hängt zum einen sehr stark davon ab, welches Ziel man mit ihr erreichen will. Wer für das Alter vorsorgen will, sollte kein allzu großes Risiko mit seiner Strategie eingehen, wer hingegen einfach einen ordentlichen Gewinn mitnehmen will, muss schon etwas mehr Risiko eingehen.

Eine Aktienstrategie hängt auch sehr stark davon ab, wie viel Zeit man zum Erreichen seines Ziels hat.

Wie viel Risiko man eingehen kann hängt auch von den aktuellen Vermögens und Einkommensverhältnissen ab. Jemandem der weniger verdient wird ein Verlust schwerer zusetzen als jemandem der sehr viel verdient.

Wenn man schon sehr viel Geld angespart hat oder zum Beispiel andere Anlagen wie Immobilien besitzt, ist man auch nicht so abhängig von der Entwicklung des Aktienportfolios und kann eine etwas risikoreichere Strategie fahren, als jemand der viel Schulden hat.

Aber natürlich kommt es nicht nur darauf an, wie viel Risiko man rational gesehen tragen kann, sondern auch darauf wie viel man emotional ertragen kann. Gerade in Phasen des Abschwungs merkt man, dass sich viele überschätzt haben im Bezug auf ihre Risikotoleranz.

Es macht keinen Sinn eine Strategie zu fahren, die einen Nachts nicht mehr ruhig schlafen lässt. Natürlich kommt es auch darauf an, wie viel Zeit man investieren will.

Wenn man nicht sehr viel Zeit für seine Aktienstrategie aufwenden kann, macht es keinen Sinn eine Strategie zu wählen die viel Zeitaufwand erfordert.

Diese Lebensumstände ändern sich auch immer wieder und man sollte eine Strategie finden, die aktuell zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Meine aktuelle Strategie ist die Buy-and-Hold Strategie, ich kann nicht sagen ob ich in 10 Jahren noch die gleiche Strategie haben werde, aber aktuell ist es die Strategie, die am besten zu mir passt.

Ich habe sowohl einen ETF-Sparplan  aber ich investiere auch in Einzelaktien.

Da immer wieder viele Fragen kommen, wie ich in Einzelaktien investiere werde ich den Prozess meiner Aktienauswahl heute einmal vorstellen.

Vielleicht kannst du ja etwas für deine Strategie mitnehmen.

 

Die Suche nach interessanten Aktien

Ich habe immer zwei Strategien wie ich potenzielle Aktien finde. Zum einen mache ich das sogenannte Index-Screening. Ich schaue mir dabei an welche Aktien in einem speziellen Index wie z.B. dem S&P500 sind, und dann schaue ich mir die verschiedensten Unternehmen aus diesem Index an. Dabei schaue ich mir aber nicht nur die Aktien von Unternehmen an, die ich sowieso schon kenne sondern auch mal Aktien von denen ich noch nie etwas gehört habe.

 

Mein erster Schritt besteht häufig darin, dass ich mir kurz ansehe wie dieses Unternehmen Geld verdient, also was es anbietet oder produziert. Wenn ich das nicht gleich verstehe, dann ist die Aktie für mich schon ausgeschieden.

Wenn ich das verstehe, dann analysiere das Unternehmen ein bisschen genauer. Ich schaue mir an, wie das Unternehmen das verdiente Geld investiert, wie die Eigenkapital- und  die Fremdkapitalquote des Unternehmens ist und wer das Unternehmen führt.

Den Vorstand der Unternehmen schaue ich mir dann genauer an, ich schaue ob er schon in viele Skandale verwickelt war, wo er bisher gearbeitet hat usw.

Neben dem Index- Screening nutze ich auch oft Stock-Screener wie den von Google oder Yahoo. Hier kann man auch verschiedenste Kriterien angeben die das Unternehmen erfüllen muss. Man kann z.B. die Region angeben in der das Unternehmen seinen Hauptsitz hat, oder die Marktkapitalisierung des Unternehmens.

 

 

Bei den gefilterten Aktien gehe ich dann noch einmal so vor wie beim Index-Screening. Meistens bleiben dann ca. 5 Unternehmen über die für mich in Frage kommen.

 

Die Analyse der Aktien

Und dann kommt erst die wirkliche Analyse der Unternehmen, ich mach da aber keine Chartanalyse oder sonstiges sondern eine Fundamentalanalyse (Bottom-Up Analyse).

Ich verwende immer zwei verschiedene Modelle um die Fundamentalanalyse durchzuführen. Zum einen die Discounted Cashflow Methode oder, falls ein Unternehmen Dividenden ausschüttet, die Dividend Discount Methode.

Bei den beiden Analysen geht es um das gleiche Prinzip. Ich schaue mir an was das Unternehmen jetzt Wert ist, wenn ich alles das einfließen lasse, was es in Zukunft an cashflows bzw. Dividenden generieren wird.

Beim Discounted Cashflow Modell schaue ich mir an was die Cashflows, die das Unternehmen in Zukunft generieren wird heute Wert sind.

Und beim Dividend Discount Model schaue ich mir an was die Dividenden die das Unternehmen in Zukunft ausschütten wird heute Wert sind.

Allerdings ist es so, dass ein Euro heute mehr wert ist als ein Euro in einem Jahr, denn der Euro heute kann eine Rendite erwirtschaften, wenn man ihn anlegt und hat dann in einem Jahr mehr Wert.

Wenn ich wissen will was ein Euro, den ich in Zukunft bekomme heute Wert ist, kann ich ihn einfach mit der Rendite die ich heute auf einen erzielen könnte abzinsen.

Sagen wir ich habe hundert Euro und kann diese mit 10% Rendite anlegen, dann habe ich in einem Jahr Hundertzehn Euro. Wenn ich mir jetzt vorstelle ich bekomme in einem Jahr 110 Euro, dann weiß ich dass diese Hundertzehn Euro heute Hundert Euro wert sind.

Genau diesen Effekt muss man auch bei den beiden Modellen berücksichtigen. Man muss also die Einnahmen aus der Zukunft abzinsen um ihren jetzigen Wert zu kennen. Diese Abzinsung bezeichnet man auch als Diskontierung und den jetzigen Wert bezeichnet man als Barwert.

Diese Analyse wurde in einer Videoserie auf dem Kanal schon einmal genau erklärt, weshalb ich nicht mehr darauf eingehen werde (Hier findest du die Playlist mit den Videos).

Außerdem mache ich nicht eine einzige Analyse sondern immer drei, eine für eine optimale Entwicklung des Unternehmens, eine für eine normale also neutrale Entwicklung und eine für eine eher schlechte Entwicklung.

Und wenn dann ein Unternehmen sogar bei Eintreffen der schlechten Entwicklung noch einen Barwert hat, der bei dem aktuellen Kurs attraktiv ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich in das Unternehmen investiere.

 

Die Watchlist

Einen Fehler, den viele Anleger noch machen, wenn sie Aktien analysieren ist der, dass wenn sie sich mit einer Aktie lange beschäftigen und sie genau analysieren, eine  starke Sympathie für diese Aktie entwickeln, das sie dann obwohl ihre Analyse sagt, dass die Aktie viel zu teuer ist ,trotzdem kaufen. Um diesen Fehler zu vermeiden habe ich noch einen Tipp für dich:

Es gibt eine APP bei der du gewisse Kursziele festlegen kannst, und wenn die Aktie diesen Kurs erreicht bekommst du eine Meldung. Also auch wenn die Aktie heute noch keinen attraktiven Kurs, du aber die Aktie trotzdem interessant findest kannst du sie einfach in deine Watchlist übertragen. Die App nennt sich: Börsen-News und gibt es für Android und iOS.

 

Du kannst dann z.B. ein Unternehmen heute analysieren und in einem Jahr erreicht die Aktie einen guten Kaufkurs, du bekommst eine Meldung und kannst einsteigen.

Und gerade in Zeiten eines Bärenmarktes erreichen viele Aktien attraktive Kaufkurse.

Natürlich gibt es noch andere Methoden um Aktien zu analysieren. Zum Beispiel gibt es eine Methode bei der ich die Unternehmen einer Branche vergleiche. Dazu gibt es gewisse Kennzahlen sogenannte Multiplikatoren, und diese vergleiche ich dann. Bei dieser Analyse schaue ich mir also eher nicht das Unternehmen selber an, sondern mehr die Relation zu den anderen Unternehmen.

Ich hoffe der Artikel konnte dir helfen und du konntest etwas für deine Strategie mitnehmen. Wenn du dein Wissen anwenden und ein Aktiendepot eröffnen möchtest, empfehle ich dir einen der folgenden 3 Broker: 1. Comdirect 2. Consors 3. Onvista (Affiliate-Links)