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Ausbildung

Interview mit einem Bankberater - Teil 2 - " Die Zeiten, wo man nicht über sein Geld nachdenken musste sind vorbei!"

Samstag, 29.11.2014

Artur Derr - 22 - ist ausgebildeter Bankkaufmann mit der Zusatzqualifikation "Finanzassistent". Er arbeitet in einer Vollzeitstelle als Privatkundenbetreuer für die Volksbank Lahr. In diesem mehrteiligen Interview gibt er einige sehr interessante Hintergründe zur Ausbildung preis, auch im Hinblick auf ein Studium mit dem Ziel, Investmentbanker zu werden. Außerdem habe ich mit ihm über die Anlageberatung, seinen Beruf und Finanzielle Freiheit im Allgemeinen gesprochen.

Im ersten Teil ging es um die Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. einige wissenswerte Hintergründe und Aspekte, die dich bestimmt interessieren werden, wenn du einen ähnlichen Ausbildungs- und Berufsweg einschlagen möchtest.

(Das Interview wurde am 26.11.2014 über Skype geführt und danach von mir transkribiert)

 

Kolja: Will der durchschnittliche Kunde in Aktien investieren oder wie ist seine Zielsetzung?

Artur: Den durchschnittlichen Kunden gibt es nicht. Der große Teil ist Aktien gegenüber verschlossen. Viele haben Angst auch wegen der Pleiten aus dem Jahr 2008. Viele Menschen sagen sich "Lieber die schleichenden Verluste durch Inflation als offene Verluste durch Aktien" Dann ist ein Verlust für die Kunden nicht so greifbar.

Kolja: Die Typische Geldwertillusion (Geldwertillusion beschreibt die Nichtwahrnehmung von Inflation (Überraschungsinflation) durch die Wirtschaftssubjekte, welche also der Illusion unterliegen, das Geld habe nach wie vor den gleichen Wert. Da die Wirtschaftssubjekte durch Statistiken sowie eigene Erfahrungen aber Informationen über Preissteigerungen aufnehmen, handelt es sich bei der Geldwertillusion um ein temporäres Phänomen (Freiheit von Geldillusion - Qeulle: Wikipedia)

Artur: Es gibt genug Alternativen aber man muss offen dafür sein. Die klassischen Bankanlagen die es früher gab sind heute nicht aktuell wie das Sparbuch beispielsweise. Aufgrund der EZB- Bestimmung sind die Zinsen dort aktuell einfach nicht attraktiv.

Kolja: Was ist den eure Empfehlung, wenn ich als 25 jähriger Angestellte zu euch komme und keine Lust auf ein Sparbuch habe, sondern Rendite sehen will?

Artur: Wir bieten ein genossenschaftliches, ganzheitliches Konzept, weg vom reinen Produktverkauf. Man klärt die Erwartungshaltung des Kunden, wir betrachten die komplette Finanz-Situation, welche Erfahrungen hat er, was ist der IST- Zustand. Dann definieren wir mit dem Kunden den Soll-Zustand. Braucht er eine Vermögenssteigerung oder Absicherung, möchte er eine Immobilie finanzieren? Wie lange soll angelegt werden, welches Risiko-Gefühl hat er?

Kolja: Du kennst ja meine Einstellung von AktienMitKopf und der Idee, anderen Menschen seine Finanzen zu überlassen. Bei den Banken zahlt man hohe Gebühren und du hast ja neulich geschrieben, dass du den Kunden selbst sagst, sie sollen sich selbst auch mit ihren Finanzen beschäftigen. Wenn ich wirklich überlege, dann denke ich aber, dass es tatsächlich manche Menschen gibt, die sich einfach nicht auseinandersetzen wollen und das es besser für die ist, zum Bankberater zu gehen. Dann hab ich zwar mehr Kosten aber wenigstens bin ich nicht komplett verloren. 

Artur: Ich möchte für den Kunden ein Wegbegleiter sein. Ich gebe nur Vorschläge und ich will, dass der Kunde mitdenkt. Sonst hat er nichts davon. Gemeinsam auf Augenhöhe nachdenken ist mir das Wichtigste.

Kolja: Wenn du merkst, dass jemand absolut keinen Plan hat, was sagst du dem?

Artur: Ich baue es dann stückchen-weise auf, wir fragen: "Was ist das für Geld ist das dein letztes Polster oder Geld, welches du jetzt nicht benötigst?" Wenn es dafür gedacht ist, in 3 Jahren ein Auto zu finanzieren, macht es kein sinn es in eine Versicherung zu investieren. Jede Lösung soll maßgeschneidert sein. Wenn das nicht passt muss man auch mal (in seltenen Fällen) nein sagen können. Einmal kam ein Kunde mit so viel Wissen zu uns, dem habe ich gesagt, dass er noch mal reflektieren soll, ob wir tatsächlich die richtigen Ansprechpartner für ihn sind.

Kolja:Ich habe mir dazu auch Gedanken gemacht. Wenn ich Jemandem etwas verkaufe, was ihm langfristig schadet, dann wird er nie wieder kommen. keine gute Entscheidung.

Artur: Es wird aber auch viel in einen Topf geworfen. Wir von den Volksbanken wurden in der Krise nicht vom Steuerzahler gerettet und haben nicht alles verzockt. Ein Ausbilder von mir hat mir mal gesagt, wenn er in Rente ist, will er die Marktstraße runterlaufen und jedem Kunden in die Augen schauen können und dabei ohne schlechtes gewissen anlächeln.

Kolja: Ohne Risiko gibt es keine Rendite beim Vermögensaufbau. Ich frage mich oft, ob man nicht auch selbst Schuld daran ist, wenn man falsch beraten wird, denn wenn ich glaube, dass 12% sichere Rendite ohne Risiko drin sind hab ich zu wenig gelernt. Wenn ich vorher weiss worauf ich mich einlasse, dann kann ich auch ein Verlust akzeptieren und darf nicht jemand Anderes dafür verantwortlich machen. Wenn man immer Anderen die Schuld gibt, wird man nie finanziell frei.

Artur: Egal ob im Leben, im Job, in der Liebe oder bei den Finanzen, wenn ich die Schuld immer auf andere schiebe, schiebe ich alles von mir weg und somit auch die Entscheidungsmacht.

Kolja: Genau und ich kann meinem Gewissen einreden, dass ich das Opfer bin und keine Schuld habe. Problem dabei, man kommt nicht ins Handeln.

Artur: Egal ob Kunden zu mir kommen oder nicht, die Zeiten, wo man nicht mehr über Geld nachdenken musste sind vorbei. Wir leben in einer Phase, wo es wackelt und JEDER muss über sein Geld nachdenken. Das heisst nicht, gierig immer mehr zu wollen. Aber wenn man hart arbeitet und ein Vermögen aufbaut, muss man überlegen wie man es behält und ausbaut. Das Geld unter dem Kopfkissen zu haben ist aktuell nicht viel sinnloser, als es auf dem Sparbuch zu haben.

Kolja: Meine Eltern haben mal 10% auf Staatsanleihen bekommen...

Artur: Ja ich erinnere mich auch noch an 5% auf Sparbucheinlagen, da hatte man sogar inflationsbereinigt ein bisschen Rendite. Aktuell ist es schwierig. Heute muss man sich mit dem Vermögen auseinandersetzen. Ob man zum Berater geht oder sich die Mühe macht sich selbst zu beschäftigen, sich mehrere Meinungen einholt und sich weiterbildet ist jedem überlassen aber am Ende muss man sich fragen ob nicht alle Arbeit umsonst gewesen ist.

Kolja: Gerd Kommer schreibt in "Kaufen oder Mieten", dass die nächsten Generationen auch nicht groß auf Erbschaften hoffen brauchen, wenn heute während der Rente das gesamte Vermögen aufgebraucht werden muss. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass die staatliche Rente ausreicht. 

Allerdings gibt es auch viele Chancen heutzutage und Möglichkeiten,  das darf man nicht vergessen.

Artur: Richtig. Überall wo es Risiko gibt gibt es Chancen. Der normale Bürger arbeitet 40 Stunden pro Woche. Vom Lohn werden Fixkosten abgezogen und Summe X bleibt übrig. Beschäftige ich mich damit dann kann es mir eine Treppe in die Zukunft ermöglichen oder verkonsumiere ich alles im Hier und Jetzt. Das liegt bei jedem Selbst. 

Kolja: Vielen Dank für dieses Interview

 

 

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