Die Abgeltungssteuer

Heute geht es mal um die seit dem 01.01.2009 relevante Abgeltungssteuer!

Ab dem sog. Sparer-Pauschalbetrag (der Betrag, der für dich als Investor pro Jahr steuerfrei ist) der bei 801 Euro für Ledige und bei 1.602 Euro für Ehepaare liegt, greift die "neue" Abgeltungssteuer. In ihrem Rahmen werden sämtliche Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne pauschal mit einem Steuersatz von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer besteuert, dies gilt für Deutschland. Die Regelung für die Schweiz und Österreich findest Du am Ende.

Die alte Haltefrist von mind. einem Jahr fällt mit dieser neuen Abgeltungssteuer weg, somit sind realisierte Kursgewinne nun unabhängig von der Haltedauer immer in voller Höhe der Abgeltungssteuer abzuführen.

Eine wichtige Ausnahmeregelung gilt für Aktien, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden. Für diese Aktien gilt nach einjähriger Haltefrist weiterhin die Steuerfreiheit, dabei spielt es keine Rolle, wenn diese Aktien nach dem 1. Januar 2009 verkauft wurden. Steuerfrei bedeutet, dass man z.B. ein Aktienpaket im Wert von 50.000 komplett steuerfrei verkaufen darf, egal ob heute, morgen oder in 10 Jahren, sofern man die Aktien vor dem 01.01.2009 erworben hat.

Wichtig: Bei Geringverdienern, deren Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von 8.354 Euro pro Jahr liegt, kann man beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Gewinne aus Kleinstanlagen bleiben dann ohne Steuerabzug, sofern die Nichtveranlagungsbescheinigung bei dem Bankinstitut vorliegt.

 

Nachfolgend habe ich mal die wichtigsten Anlageformen im Bezug auf die Abgeltungssteuer aufgeführt. 

Dividenden

Für Dividenden gilt genau dasselbe wie für Aktien. du hast auch hier die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zuzüglich des Solidaritätszuschlages und eventuell der Kirchensteuer abzugeben.

Die Abgeltungssteuer gilt für alle Dividenden, die dir nach dem 1. Januar 2009 zufließen.

 

Fonds

Fonds werden behandelt wie Aktien und Dividenden. Die Abgeltungssteuer gilt für alle drei in selbem Maße. Hierbei spielt es keine Rolle ob die Erträge an dich ausgeschüttet werden oder ob sie innerhalb des Fonds re-investiert werden.

Eine wichtige Ausnahme besteht bei Fonds, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden. Werden Anteile eines solchen Fonds nach Ablauf einer einjährigen Haltefrist verkauft, so sind die mit dem Verkauf realisierten Gewinne weiterhin steuerfrei, womit dann die alte Regelung greift.

Beim Verkauf von Fondsanteilen, die ab dem 1. Januar 2009 erworben wurden, muss der realisierte Gewinn ebenfalls im Rahmen der Abgeltungssteuer unabhängig von der Haltedauer versteuert werden.

 

Zertifikate

Hier findet sich die größte Ausnahme einer Übergangsregelung, die besagt , dass nach einjähriger Haltefrist die Steuerfreiheit greift, wenn sie am oder nach dem 15. März 2007 gekauft und spätestens bis zum 30. Juni 2009 verkauft wurden..

Wurden die Zertifikate jedoch danach veräußert, greift die Abgeltungssteuer in vollem Maße.

 

Verlustrechnung

Über das Jahr anfallende Gewinne, bzw. Verluste werden in einem sogenannten "Verlustverrechnungstopf" verrechnet. Wichtig hierbei ist zu beachten, dass Verluste aus dem Verkauf deiner Aktien NICHT mit andersartigen Kapitalerträgen wie Guthabenzinsen oder Dividenden verrechnet werden können, sondern wirklich nur mit den Gewinnen die aus dem Verkauf resultieren.

 

Ausländische Steuer

Solltest du beispielsweise Auslandsaktien besitzen, kann es sein, dass Dividenden bereits um eine ggf. anfallende ausländische Steuer gemindert sind, auf die der Deutsche Staat keinen Einfluss hat.

Diese ausländische Kapitalertragsteuer kann jedoch auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet werden.

Es ist vorgesehen, dass die Anrechung direkt durch das depotführende Bankinstitut erfolgt.

 

Abgeltungssteuer Österreich

Hier haben Wir nicht so ein durcheinander wie in Deutschland.

Laut Recherche sind Spekulationsgewinne mit maximal 25 Prozent zu versteuern und mindestens zu einem individuellen Steuertarif. Substanzgewinne, das heißt Investmentfonds die länger als ein Jahr gehalten wurden, werden mit 5 Prozent besteuert. Dann gibt es noch bestimmte ausländische Investmentfonds, die egal wie der Kursverlauf über das Jahr verteilt aussieht, mit mindestens 2,5 Prozent des gehaltenen Wertes belastet werden.

Wenn Du jedoch einen Antrag stellst, bei dem die Kapitaleinkünfte zur Einkommensteuer hinzu kommen, wird die Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz günstiger ausfallen als die mit 25 Prozent, wobei Dir die Differenz erstattet wird.

Einzige Ausnahme hier, dass Aktien die vor dem 30.09.2011 gekauft und Investmentfonds vor dem 31.12.2010 erworben wurden, frei veräußert werden können, da die sie länger als ein Jahr gehalten wurden.

 

Besteuerung in der Schweiz

Erstmal gilt, dass alle Kursgewinne von Aktien steuerfrei sind, Dividendenzahlungen jedoch unterliegen der Einkommenssteuer. Die erzielten Gewinne muss der Inhaber im Formular “Wertschriftenverzeichnis” der Steuererklärung hinzufügen.

Der Handel von Aktien wird als Stempelabgabe besteuert, was heißt, dass bei Ausgabe von Aktien ein Prozent Abgabe geleistet werden muss. Hinzu kommen 1,5 Prozent bei inländischen und 3 Prozent bei ausländischen Käufen/Verkäufen.

 

Quelle Abgeltungssteuer Österreich:

https://finanz-testsieger.at/abgeltungssteuer/

https://de.wikipedia.org/wiki/Abgeltungsteuer#Abgeltungsteuer_in_.C3.96sterreich

 

Quelle Steuern Schweiz:

https://www.ch.ch/de/besteuerung-wertschriften-versicherungen/

 

 

 

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