Mein ETF Portfolio - Diversifikation & Erklärung

In diesem Artikel stelle ich dir mein aktuelles ETF-Portfolio vor

Dabei gehe ich zunächst auf mein eigenes ETF-Portfolio, die Strategie und die Gedanken dahinter ein. Anschließend möchte ich einen Überblick darüber geben, wie man selbst ein ETF-Portfolio zusammenstellen kann, welche Faktoren man beachten sollte und wie man das Ganze in der Praxis angeht.

Weil es nicht die eine Lösung für jeden gibt, werde ich die ETFs nicht beim Namen nennen, damit sich jeder bei der ETF-Auswahl selbst damit beschäftigen muss. Das sehr wichtig ist, wenn man an der Börse Erfolg haben will.

 

Asset Allocation

Natürlich habe ich nicht nur ETFs in meiner Asset Allocation berücksichtigt. Ich teile die einzelnen Bestandteile meiner Asset Allocation immer in einzelne Portfolios ein, P1 ist beispielsweise mein ETF-Portfolio

P2 mein Einzelaktienportfolio,

P3 mein (neues) P2P Portfolio,

P4 ist das Portfolio indem auch meine eigene Firma und direkte Beteiligungen an anderen Unternehmen enthalten sind.ü

P5 ist mein "Sicherheitsportfolio", darin enthalten sind ein Tagesgeldkonto, ein Sparkonto und eine private Rentenpolice, also einfach meine Sicherheitspuffer. Alle Portfolios gemeinsam ergeben dann meine Asset Allocation, aber dazu später mehr jetzt erst einmal zu meinem ETF-Portfolio bzw. zu meiner Asset Allocation innerhalb des ETF-Portfolios.

Mein ETF Portfolio sieht folgendermaßen aus:

Aufteilung der ETFs 

Ich habe mein ETF-Portfolio nicht nach Branchen oder Risiko sondern zuerst nach Ländern gegliedert.

Die USA/Canada mache dabei ca. 50 Prozent des gesamten Portfolios aus, das hat mehrere Gründe.

Zum einen macht die Marktkapitalisierung aller amerikanischen Unternehmen einen Großteil der Marktkapitalisierung aller Unternehmen der Welt aus. In 2012 betrug die Marktkapitalisierung aller amerikanischen börsennotierten Unternehmen 18,668 Billionen US-Dollar und lag damit wie auch heute auf dem ersten Platz aller Länder. Auf dem zweiten Platz lag China, die Marktkapitalisierung aller chinesischen Unternehmen betrug allerdings nur 3,697 Billionen US-Dollar, was im Vergleich zu Deutschland mit 1,486 Billionen US-Dollar immer noch sehr viel aber doch nur ca. 19 Prozent von Amerika war.

Somit macht es auch für mich Sinn mein Portfolio ein wenig nach der Gewichtung der Länder in der Welt zu richten.

(https://www.quandl.com/collections/economics/stock-market-capitalization-by-country, auch andere Statistiken sagen das Gleiche)

Ein weiterer Grund ist der, dass amerikanische Aktien in den letzten Jahrhunderten im Durchschnitt die besten Aktienrenditen erzielten und ich daran glaube, dass sich das auch in Zukunft fortsetzen wird. Denn auch wenn Amerika ein geringeres Wirtschaftswachstum als ein Land wie beispielsweise Nigeria hat, hat das nicht unbedingt etwas mit den Aktienrenditen in den jeweiligen Ländern zu tun, aber dazu kommen wir später noch.

Diese 50 % sind in drei Teile gegliedert, die Hälfte davon ist in Large Caps also große Unternehmen aus Amerika investiert, ca. 40-45 Prozent liegt in Small- und Mid Cap-Aktien und ein kleiner Teil liegt in einem amerikanischen Rohstoff ETF, der allerdings nicht in Rohstoffe selbst investiert sondern in Aktien von Unternehmen, die Rohstoffe fördern, transportieren oder verarbeiten.

Viele wundern sich jetzt vielleicht, dass ich mit einem ordentlichen Anteil in Small und Mid Caps investiert bin, doch das hat Gründe.

Warum so viele Small-und Mid Caps?

Zum Thema Small Caps wurden schon viele Studien durchgeführt, die immer wieder zeigen, dass Small Caps im Durchschnitt und langfristig gesehen Large Caps outperformen. Eine dieser Studien ist folgende 

Link

Diese zeigt unter anderem, folgende Ergebnisse:

Bei der Studie wurde der S&P 500 als Synonym für den Durchschnitt der Large Caps gewählt und der S&P 600 als Synonym für den Durchschnitt der Small Caps.

Bei der Studie wurden zehn Rezessionen in Amerika und jeweils die 12 Monate danach untersucht. Dabei haben die Small Caps in den 12 Monaten, nach den zehn Rezessionen die Large Caps 9 Mal outperformed und zwar mit einem Durchschnitt von gerundet 10,1 Prozent. In dem einen Zeitraum, in dem die Large Caps die Small Caps outperformed haben, betrug die Outperformance bzw. die Überrendite 1,32 %.

Außerdem findet man bei Vergleich der beiden Indizes heraus, dass der S&P 500 in den letzten 5 Jahren eine Durchschnittsrendite von 8,85 % erzielte die Small Caps aber hatten eine durchschnittliche Rendite von 9,35 %.

Und da ich immer mit Wahrscheinlichkeiten, Fakten und vor allem rational investiere macht es für mich Sinn auch in Small Caps zu investieren.

Man muss natürlich dazu sagen, dass die Small Caps, wenn es an den Märkten nach unten geht, auch stärker fallen als Large Caps, für mich ist das allerdings nicht wichtig, da ich sowieso langfristig investiere und mit Schwankungen sehr gut umgehen kann.

Aber jemand der mit Schwankungen nicht so gut umgehen kann oder nicht über einen langfristigen Anlagehorizont verfügt, sollte nicht so viel Geld in Small Caps investieren, da das Investieren bzw. sein Portfolio dann zu einer Belastung wird, und das soll es nicht sein.

Genau bei diesem Beispiel sieht man auch wieder, dass es keine perfekte Strategie oder Asset Allocation gibt die für jeden passt.

Im großen und ganze gilt auch hier wieder Rendite kommt von Risiko, Small Caps rentieren also etwas besser als Large Caps sind aber auch etwas risikoreicher, nicht nur was die Schwankungen betrifft, denn beispielsweise kann natürlich ein sehr großes Unternehmen besser mit Krisen umgehen als ein kleineres Unternehmen zum Beispiel dadurch, dass die Produktionskosten geringer sind und weitere solcher Faktoren. (Economies of Scale)

ETFs auf Europa

Nun zurück zur Aufteilung nach Ländern, der nächstgrößte Anteil meines ETF-Portfolios besteht aus ETFs mit europäischen Titeln, der Anteil macht ca. 30 Prozent des Portfolios aus.

Mein europäischer Anteil besteht zu 50% aus Deutschen ETFs und zu 50 % aus ETFs, die sich auf die restlichen europäischen Staaten beziehen.

Dabei investiere ich in Deutschland ca. 60 % in den DAX aber auch 40 % in den MDAX, bis Anfang dieses Jahres habe ich nur in den DAX investiert, aber aufgrund der oben genannten Gründe habe ich auch für Deutschland etwas mehr in Mid-Caps umgeschichtet. Eigentlich wollte ich auch noch in den SDAX investieren, dafür habe ich aber noch keinen passenden ETF gefunden.

Die anderen 50 % investiere ich wie gesagt in ETFs anderer europäischer Staaten, allerdings mit einer Besonderheit die vielleicht auf den ersten Blick etwas verwundert. Der Staat in den ich auf europäischer Ebene, einen wenn auch kleinen Teil übergewichtet bin ist Griechenland. Ich bin der Überzeugung, dass in Griechenland ein Punkt erreicht ist, ab dem es fast nur noch aufwärts gehen kann. Durchaus mag ich hier natürlich falsch liegen (ich hoffe es nicht). 

Emerging Markets ETF

Der Rest meines Portfolios (P1),  also ungefähr 20 % entfällt auf einen ETF für die sogenannten Emerging Marktes. Als Emerging Markets, (oft auch Schwellendländer), bezeichnet man Länder, die sich auf der Schwelle von einem Entwicklungsland zu einer Industrienation befinden. Dazu zählen beispielsweise Russland, China, Südkorea, Südafrika und viele mehr.

Jetzt muss man sich natürlich die Frage stellen, wieso den Emerging Markets so ein kleiner Anteil des Gesamtportfolios zu Gute kommt. Denn eigentlich haben ja genau diese Länder noch viel mehr Potenzial was das Wirtschaftswachstum und andere makroökonomische Faktoren betrifft als beispielsweise ein Land wie Amerika oder Deutschland.

Hier muss man allerdings beachten, und das wurde bei Amerika auch schon angesprochen, dass das Wachstum bzw. das Potenzial der gesamten Wirtschaft nicht mit den Renditen zusammenhängt die man am Kapitalmarkt des jeweiligen Landes erzielen kann. Dazu auch interessant das Buch von Ken Fischer: Börsenmythen enthüllt für Anleger

Der Grund dafür besteht hauptsächlich darin, dass die Erwartungen und Hoffnungen in das Wirtschaftswachstum dieser Länder bereits an den Märkten "eingepreist" sind.

Man muss immer beachten, dass man nicht der einzige Anleger ist, der das Potenzial solcher aufstrebenden Länder erkannt hat, sondern dass auch andere Anleger dieses Potenzial schon in ihre Erwartungen mit einbezogen haben und somit die Preise, die ja durch Angebot und Nachfrage bzw. durch die Erwartungen der Anleger entstehen, dieses Potenzial auch schon mit einbezogen haben.

Und die Rendite die man schlussendlich erzielen kann hängt nun einmal entscheidend von den Preisen ab, zu denen man den ETF oder die jeweilige Aktie gekauft hat.

Auch muss man noch dazu sagen, dass die Kapitalmärkte in den Emerging Markets nicht so gut entwickelt sind wie beispielsweise die der USA. In den Schwellenländern herrschen oft ganz andere rechtliche Bedingungen für die Unternehmen und die Kapitalmärkte. Welche sowohl die Unternehmen selbst als auch die Preise und Schwankungen am Kapitalmarkt beeinflussen. (Wobei das natürlich auch zum großen Teil bereits eingepreist sein wird, jedoch Emerging Markets eine geringere Informationseffizient aufweisen, als entwickelte Kapitalmärkte)

Wirtschaftswachstum = Kapitalmarktrendite?

Und eine Sache, die man auch noch beachten muss, ist die, dass nicht nur die Unternehmen und Aktien in den Emerging Markets selbst von einer positiven Entwicklung dieser Länder profitieren.

Denn auch amerikanische oder europäische Unternehmen profitieren natürlich davon, dass die Wirtschaft in den Emerging Markets wächst und es den Unternehmen bzw. Leuten wirtschaftlich besser geht, denn das schafft neue potenzielle Märkte in denen auch Unternehmen, die ihren Sitz nicht in den Emerging Markets haben, Produkte anbieten und Geld verdienen was sich wieder positiv auf die Aktien und ETFs auswirken kann.

Vor allem wenn die Mittelschicht in Ländern wächst, wie das z.B. in China in den letzten Jahren der Fall war, wird in den Ländern auch viel mehr konsumiert als zuvor und davon können auch Unternehmen aus Amerika oder Europa profitieren die ihre Produkte international anbieten.

Also man kann auch indirekt von der Entwicklung in den Emerging Marktes profitieren ohne einen Großteil des Portfolios in diese Länder zu investieren. Aus diesen Gründen ist mein Anteil an Emerging Markets am Gesamtportfolio nicht so hoch, wie beispielsweise der Anteil amerikanischer ETFs, aber aus Gründen der Diversifikation und auch weil es natürlich sehr gute Unternehmen in den Emerging Markets gibt investiere ich doch mit zwanzig Prozent meiner ETFs in Aktien aus diesen Ländern.

Das war jetzt erst einmal ein Überblick über mein ETF-Portfolio und die Strategie bzw. die Gedanken die hinter der Aufteilung liegen.

Nun kommen wir dazu welche Faktoren man bei der Zusammenstellung eines ETF-Portfolios beachten muss, wie das anhand meines Beispiels aussieht und wie du ein perfektes Portfolio für dich zusammenstellen kannst.

Praxis-Tipps für dein ETF Portfolio

Der erste entscheidende Faktor ist die Asset Allocation, bei meinem ETF-Portfolio sieht die übergeordnete Asset Allocation so aus, dass ich nur in Aktien ETF investiere. Viele werden jetzt sagen, dass das viel zu risikoreich ist, da das Portfolio sehr stark schwankt und wenn ich das Geld einmal brauche dann kann es leicht passieren, dass die Aktien gerade ein Tief erleben und dann ist das ganze ETF-Portfolio im Minus und ich mache einen massiven Verlust.

Das mag zwar alles stimmen aber in meinem Fall ist es so, dass ich nicht nur ein ETF-Portfolio habe, sondern, wie vorher schon gesagt eine Asset Allocation, die aus vielen verschiedenen Portfolios besteht!

Mir machen also die Schwankungen nichts aus, da ich auf das Geld, dass in meinen ETFs steckt ohnehin nicht zugreifen muss. Bei einem Notfall kann ich immer noch das Geld, welches im P5 also im Sicherheitsportfolio steckt verwenden.

Da ich auch noch in P2P Kredite investiert bin, erziele ich auch noch Gewinne, wenn es am Aktienmarkt einmal bergab geht. Mittlerweile investiere ich viel bei Mintos und Twino (Affiliate Links) und nicht mehr so viel bei Auxmoney. 

Außerdem könnte ich noch Teile meines Aktienportfolios verkaufen beispielsweise die, mit denen ich noch im Plus bin, wenn ich das Geld wirklich brauche.

Ich bin also nicht abhängig von meinem ETF-Portfolio, deshalb kann ich mir auch einen etwas größeren Anteil in einen Griechenland ETF leisten, da ich an die positive Entwicklung des Landes glaube, aber mit einer möglichen negativen Entwicklung auch gut umgehen kann.

Wenn du allerdings nicht so viele andere Portfolios hast und etwas abhängiger von deinem ETF-Portfolio bist ist es für dich vielleicht besser, nicht nur in Aktien-ETFs sondern beispielsweise auch in einen Anleihen-ETF zu investieren.

Der erste Punkt den man also beachten muss, wenn man ein ETF-Portfolio zusammenstellt: welchen Anteil man in risikoreichere ETFs also beispielsweise Aktien und welchen in risikoärmere ETFs wie beispielsweise Staatsanleihen investiert. Das hängt wie gesagt auch sehr stark von der restlichen Asset Allocation ab.

Risiko        Risiko        Risiko

Der zweite Faktor den man beachten muss ist fast der Wichtigste, das Risiko!

Denn wenn man ein ETF-Portfolio hat, welches ausschließlich in risikoreichere ETFs investiert, die eigene Risikotoleranz aber dem nicht entspricht, kann es leicht passieren, dass man seine Strategie nicht durchziehen kann und somit hohe Verluste erleidet.

Viele Anleger überschätzen ihre Risikotoleranz, was man vor allem in Zeiten merkt in denen es an der Börse bergab geht. Viele Leute bleiben wenn die Aktienkurse steigen ganz ruhig und lassen sich, natürlich nicht, von ihrer Strategie abbringen, doch wenn das Portfolio einmal um 10 oder 20 % im Minus ist beginnt die Panik bei den meisten Anlegern.

Dieses Jahr konnte man das auch in unserer Community beobachten, von Januar bis Mitte Februar als die Kurse ständig am fallen waren, wurden die Posts und Kommentare, dass die nächste große Wirtschaftskrise droht immer zahlreicher. Immer mehr Anleger waren verunsichert und viele haben dabei gemerkt, dass sie es nicht aushalten, wenn das ETF-Portfolio einmal im Minus ist. 

Manche fingen sogar an, auf fallende Kurse zu spekulieren!

Doch seit sich ca. Mitte Februar die Kurse zu erholen begannen war keine Rede mehr von einer Wirtschaftskrise im Gegenteil die Euphorie kam wieder zurück und aller waren wieder zufrieden.

Doch wenn man gemerkt hat, dass man mit Kursverlusten nicht gut umgehen kann, vielleicht sogar Teile seiner ETFs verkauft hat, dann sollte man sein ETF-Portfolio umstrukturieren und vielleicht einen gewissen Teil in nicht so volatile ETFs investieren.

Bei der Zusammenstellung eines ETF-Portfolios muss man immer mit einfließen lassen, wie viel Volatilität man aushält und man bei Verlusten auch wirklich ruhig bleibt, denn das ist in der Praxis oft schwerer als es sich in der Theorie anhört.

Nun kommen wir noch zu einem weiteren Punkt, der sich auf die Auswahl der ETFs selbst bezieht und zwar darauf, welche Art von ETFs man auswählt.

ETF Arten

Ich habe in meinem Portfolio beispielsweise fast nur thesaurierende ETFs. Das liegt daran, dass ich wie gesagt kein Geld aus meinem ETF-Portfolio benötige und ich bei einer direkten Reinvestition Steuern spare und somit den Zinseszins-Effekt beschleunige. Wenn du aber auf Ausschüttungen angewiesen bist oder einfach gerne ein Einkommen aus deinen Investitionen generierst sind für dich ausschüttende ETFs vielleicht besser geeignet.

Auch sind alle ETFs, in die ich investiere synthetisch replizierende ETFs, dass hat zum einen steuerliche Gründe und zum anderen den Grund, dass vor allem bei größeren Indizes, physisch replizierende ETFs eine höhere Tracking-Differenz haben (nicht immer aber oft). Außerdem bin ich der Überzeugung, dass das Kontrahenten-Risiko aufgrund der vielen Absicherungen und Sicherheitsspannen nicht sehr hoch ist weshalb ich darin keinen Nachteil sehe. Dazu hier ein interessanter Artikel bei Just-ETF

Ist man als Anleger aber voll auf die ETFs angewiesen beispielsweise weil man für die Altersvorsorge keine Rente oder sonstige Rücklagen hat, kann das schon ganz anders aussehen, da man dann, sollte sich ein Kontrahenten-Risiko realisieren sehr hart getroffen wird.

 Steuerliche Aspekte und Vergleich von ETFs

Bei der Auswahl der ETFs sollte man aber nicht nur auf steuerliche Aspekte und Kosten schauen, sondern wie oben schon angesprochen auch auf die Tracking Difference des jeweiligen ETFs. Die Tracking Difference ist also auch noch ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung, in welche ETF man investiert.

Eine tolle Web-Site um die Tracking Difference von zwei oder mehreren ETFs, sowohl in Zahlen aber auch in anschaulichen Grafiken, zu vergleichen ist die Seite TrackInsight.com.

Und der vierte und letzte Faktor den man beachten muss lässt sich in dem Stichwort VASE zusammenfassen.

Dazu eine kurze Geschichte: Als ich bei der Bundeswehr war, habe ich auch zwei Monate eine Ausbildung zum Scharfschützen absolviert. Dabei wurde uns immer wieder folgendes gesagt: „ Die wichtigste Aufgabe des Scharfschützen im Einsatz ist VASE, und das steht für Verbindung, Aufklärung, Sicherung und Erkundung.

Das bedeutet vereinfacht gesagt, nichts ist so beständig, wie die Lageänderung und das ist vor allem beim Investieren ganz wichtig. Damit meine ich, dass sich die Lage in der man sich befindet immer wieder ändert.

Oben habe ich mein aktuelles ETF-Portfolio vorgestellt, welches auf meine aktuelle Lage angepasst ist. Sollte sich meine Lage allerdings ändern und es würde beispielsweise meine Bank pleite gehen und ich hätte keinen Zugriff mehr auf meine Sicherheiten, dann hätte sich meine Lage geändert und ich müsste auch mein ETF Portfolio ändern um es an die neue Lage anzupassen.

Ich müsste also in diesem Fall in ein paar weniger volatile ETFs investieren, um auf diesen Teil im Notfall zugreifen zu können, da meine andere Sicherheit nicht mehr da ist. Im Prinzip ändert sich also der Barwert, der aktuelle Wert eines Investments dadurch, dass man auf einmal eine andere Meinung über die Zukunft bekommt und mit anderen Zahlungen zu rechnet hat.

Genau das ist auch der Grund, wieso mein Portfolio nicht auch für alle Anderen perfekt ist, da sich Andere in einer ganz anderen Lage befinden, in der sie ganz andere Bedürfnisse, Ziele usw. haben.

Vor zwei Jahren sah mein ETF-Portfolio noch nicht so aus, sogar Anfang 2016 sah es noch nicht so aus, und in 2 Jahren wird es vielleicht wieder etwas anders aussehen.

Damit meine ich nicht, dass man immer hin und her verkaufen, seine Strategie verändern und umschichten soll, aber das man, sollte sich die eigene Lage ändern auch darüber nachdenken sollte, ob das Portfolio noch zur aktuellen Lage passt, und wenn nicht sollte man in Zukunft beispielsweise mehr in andere ETFs investieren. (ich ändere meine Portfolio in 99% der Fälle durch Zukäufe, nicht durch Umschichtungen, ähnlich beim Rebalancing)

Bei mir ist es so, dass sich zwar an meiner Buy-and-Hold-Strategie auch unter anderen Umständen nicht sehr viel ändern werde, aber das, wie ich meine Buy-and-Hold-Strategie genau umsetze, hängt immer davon ab, was bei mir gerade im Leben passiert.

Die Zukunft ist nun einmal nicht planbar und deshalb kann es auch in meinem Portfolio immer wieder zu Änderungen kommen, aber an meiner grundsätzlichen Strategie werde ich auch unter anderen Umständen wahrscheinlich nichts ändern.

So sieht also mein aktuelles Portfolio aus, bei dir sieht es vielleicht ganz anders aus, aber wenn du die vier Faktoren beachtest, bist du schon einmal besser aufgestellt als die meisten anderen Anleger, die diese Grundsätze nicht beachten.

Rationale Grüße,

Kolja Barghoorn

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Kolja Barghoorn - Aktien mit Kopf

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