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Aktien

Ist der DOW JONES nur ein Konstruktionsfehler?

Der Dow Jones ein wichtiger Index, oder doch nur ein Konstruktionsfehler?

 

Eine der bedeutenden Indizes ist der Dow Jones bzw. der Dow Jones Industrial Average. Er wird sowohl bei vielen Fonds, als auch bei vielen Studien als Benchmark herangezogen und erhält medial vor allem in Bezug auf Amerika große Aufmerksamkeit.

Fast immer wenn man einen globalen Durchschnitt von beispielsweise dem aktuellen globalen Zinsniveau berechnet, geht man so vor, dass man nicht einfach einen Durchschnitt sondern fast immer einen gewichteten Durchschnitt berechnet.

Dabei werden die Länder in der Regel nach ihrem BIP gewichtet, denn je höher das BIP, desto mehr Einfluss hat ein Land auch auf die Weltwirtschaft.


Auch wenn man sich an der Börse einen Durchschnitt berechnen will, macht es Sinn einen gewichteten Durchschnitt zu ermitteln, denn größere Unternehmen beeinflussen den Aktienmarkt und die Wirtschaft mehr als kleinere Unternehmen.

Auch der Dow-Jones Industrial Average ist ein Index und sein Sinn ist es, die durchschnittliche Performance von einem Paket von 30 Aktien abzubilden. Die Medien, Investoren und Spekulanten beachten ihn, um so ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Aktienmarkt in Amerika performed.

Auch hier macht es natürlich Sinn einen gewichteten Durchschnitt der Unternehmen heranzuziehen, denn ein Unternehmen welches sehr groß ist beeinfluss den Aktienmarkt mehr, als ein kleines Unternehmen.

88 ist mehr als 442 – oder etwa nicht?

Der Dow-Jones ist allerdings ein PREIS-Index, sprich die Aktien mit den höchsten Kursen haben die höchste Gewichtung! Ein kleineres Unternehmen, welches sein Eigenkapital in weniger Teile teilt, wird dabei höher gewichtet als ein großes Unternehmen welches seine Aktien in viele Teile teilt.

Anstatt sich also die gesamten Unternehmen anzusehen, schaut man sich nur an wie viel ein Teil wert ist, wobei ein Unternehmen 10 Millionen Teile und ein anderes 100 Millionen Teile hat.

Ein Unternehmen wie Boeing hat im Index beispielsweise eine Gewichtung von 5,04% und das mit einer Marktkapitalisierung von 87,85 Milliarden, während Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von 441,91 Milliarden nur eine Gewichtung von 2,08% hat. Das alles nur, weil sich Microsoft dazu entschieden hat 7860 Millionen Aktien auszugeben während sich Boeing entscheiden hat nur 637 Millionen Aktien auszugeben.

Außerdem gibt es Unternehmen wie Berkshire Hathaway oder aktuell auch Amazon, die niemals in den Index kommen können solange sie keinen Aktiensplit vornehmen, da Amazon mit einem Aktienpreis von mehr als 700 Dollar den Index zu stark beeinflussen würde und Berkshire Hathaway würde mit einem Aktienpreis von mehr als 200.000 Dollar generell fast 100 Prozent der Gewichtung auf sich ziehen!

Wieso sollte es also Sinn machen, ein Unternehmen höher zu gewichten nur weil es weniger Aktien ausgegeben hat?

Noch verwirrender wird das Ganze bei Aktiensplits. Ein Unternehmen, welches zuvor mit sagen wir 5% gewichtet war und einen Aktiensplit von im Verhältnis 2:1 macht hat danach eine Gewichtung von 2,5% obwohl sich realwirtschaftlich bei dem Unternehmen nichts geändert hat.

Jetzt kann man argumentieren, dass der Dow-Jones bzw. dessen Herausgeber Aktiensplits mit einberechnet, diese also sozusagen bereinigt.

Der Umgang mit Aktiensplits und die schlechteste Reinigungsmethode der Welt.

Wenn man sich allerdings einmal an einem Beispiel ansieht wie diese Bereinigung aussieht, merkt man schnell, dass durch sie relativ wenig bereinigt wird.

Nehmen wir einen Index wie den Dow-Jones mit nur zwei Unternehmen an, Aktie X und Aktie Y.

Am Anfang notieren sowohl X als auch Y bei einem Kurs von 100 Euro sind also jeweils mit 50% gewichtet.

Am nächsten Tag steigt X um 10% und Y sinkt um 10%, X steht also bei 110€ und Y steht bei 90€. Wenn man die beiden zusammenzählt und durch zwei teilt bekommt man wieder einen Indexstand von 100 Euro, was ja auch vollkommen logisch ist, da sich der 10% Anstieg und der 10% Verlust angleichen.

Etwas später werden beide Aktien wieder bei einem Kurs von 100 Euro gehandelt doch nun entscheidet sich X zu einem Aktiensplit von 100:1, sprich für jede alte Aktie gibt es 100 neue Aktien.

Die Aktien von X sind jetzt also nicht mehr 100 Euro wert sondern nur mehr einen Euro. Würde nun theoretisch die Gewichtung gleich bleiben, dann wäre der Indexstand plötzlich bei 50,5€ denn wenn man 1 und 100 zusammenzählt und durch zwei teilt erhält man einen Indexstand von 50,5.

Das stimmt aber nicht, da der Index im Grunde immer noch bei hundert stehen müsste, da sich ja bis auf den Aktiensplit nichts in der Performance der Aktien geändert hat.

Das haben auch die Herausgeber des Dow-Jones erkannt und haben eine Methode zur Bereinigung entwickelt. Diese funktioniert so, dass sie sich Fragen, mit wie viel man 101 dividieren müsste um wieder die ursprünglichen 100 Euro zu erhalten, anstatt die 101 Euro also durch zwei zu teilen, teilen sie diese nun durch 1,01.

Wenn man 1 und hundert zusammenzählt und das ganze durch 1,01 teilt erhält man wieder die hundert Euro soweit so gut.

Doch wenn am nächsten Tag X um 10% auf 1,1 Euro steigt und Y um 10% auf 90 Euro fällt, und man die beiden addiert erhält man 91,1 teilt man das ganze durch 1,01 erhält man einen Indexstand von ca. 92 Euro.

Aktie X ist also um 10% gestiegen und Aktie Y um 10 % gefallen, vor dem Aktiensplit führte das zu einem gleichbleibenden Indexstand, jetzt führt es dazu, dass der Index um nahezu 10% fällt und das obwohl sich bis auf den Split nichts geändert hat.

Der Dow-Jones funktioniert genauso und liefert damit ein enorm verzehrtes und schlechtes Bild von der wirklichen Performance des Aktienmarktes bzw. der dreißig Titel aus dem Dow Jones.

Auch viele andere preisgewichtete Indizes liefern ein ähnlich verzerrtes Bild, weshalb es immer mehr Sinn macht mit Performance Indizes bzw. kapitalisierungsgewichteten Indizes zu arbeiten, die sich an der Marktkapitalisierung orientieren.

Die aktueller Gewichtung und Zusammensatzung des Dow Jones findest du HIER, wobei sie noch einmal die Sinnlosigkeit dieses Index verdeutlicht.

Noah Leidinger

Quelle: Three Questions That Count- (Deutsche Version) Ken Fisher (ISBN-13: 978-0-470-07499-2)

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