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Skandale, Verluste und Übernahmen - die Bewertung von Unternehmen in Sondersituationen Teil 2

Im letzten Artikel haben wir uns schon mit der Frage auseinandergesetzt, wieso auch sehr risikoreiche Unternehmen unterbewertet sein können. Heute werden wir mit der praktischen Bewertung weitermachen und zwar dort wo wir das letzte Mal aufgehört haben – bei der Recherche.


 

 

Toyota

VW

Zahl der betroffenen Autos

9 Millionen

11 Millionen

Gesetzliche Strafen

1,2 Milliarden

7,3 – 18 Milliarden

Rückrufkosten

1,1 Milliarden

???

Klagen von Aktionären

25,5 Millionen

???

 

 

Effekt auf die Umsätze

Die Umsätze fielen von 19,1 Milliarden Dollar in 2009 auf 17,8 Milliarden in 2010 und blieben in 2011 und 2012 ca. auf diesem Level bevor sie 2013 auf 21 Milliarden US-Dollar anstiegen

 

 

???

 

Um VW bewerten zu können fehlen uns also noch drei Daten, die Höhe der Rückrufkosten, die Klagen der Aktionäre und der Effekt auf die Umsätze. Nun sind wir an dem Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt.

Die meisten Investoren haben die Bewertung gar nicht begonnen und viele geben an diesem Punkt auf und deshalb ist es wichtig, dass wir uns trauen Annahmen zu treffen und auch wenn diese falsch sind, können wir immer noch gewinnen wenn wir richtiger liegen als der Großteil der anderen Schätzungen – und andere Schätzungen gibt es nicht viele.

Kommen wir also zum ersten Punkt: den Rückrufkosten. Beim Skandal von Toyota lagen diese bei ca. 1,1 Milliarden US-Dollar. Allerdings waren bei Toyota nur 9 Millionen Autos betroffen und bei VW sind es immerhin 11 Millionen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Rückrufkosten pro Auto  bei beiden Skandalen ca. gleich sind – was ja nicht sehr weit hergeholt ist, dann können wir wie folgt vorgehen:

Wir dividieren die Strafe von Toyota (1,1 Milliarden) durch die Anzahl der Autos (9 Millionen) und erhalten damit die Rückrufkosten pro Auto. Nun können wir diese Kosten pro Auto einfach mit der Anzahl der betroffenen Autos bei VW (11  Millionen) multiplizieren und schon haben wir eine nachvollziehbare und sinnvolle Annahme für die Rückrufkosten beim VW-Skandal und zwar 1,34 Milliarden Dollar.

Rechnung:  (1,1 / 9)*11 = 1,344

Ich persönlich baue nun einen kleinen Sicherheits-Puffer von 20% ein, da die Schätzungen alle mit einem großen Risiko behaftet sind und ich daher etwas konservativ rechnen möchte. Damit kommen wir also auf Rückrufkosten von knapp 1,6 Milliarden US-Dollar.

Als nächstes kommen wir zu den Klagen der Aktionäre, diese betrugen bei Toyota nur 25,5 Millionen US-Dollar. Allerdings muss man hier ganz klar zwischen den beiden Skandalen unterscheiden, denn bei Toyota wusste der Vorstand bzw. das Unternehmen nicht, dass die Autos die sie produzieren einen Fehler haben.

Bei VW war dies dem Vorstand durchaus bewusst und damit wurden die Aktionäre bei VW viel klarer betrogen als bei Toyota. An diesem Punkt ist es schon ein bisschen  schwerer Annahmen zu treffen als bei den Rückrufkosten.

Wenn man solche Unternehmen bewertet darf man niemals nach guten Anhaltspunkten suchen, denn die gibt es nur sehr selten. Man muss hingegen immer nach den besten Anhaltspunkten suchen die es gibt, was auch völlig in Ordnung ist, da der Rest des Marktes auch nur diese Anhaltspunkte hat.

Aus diesem Grund habe ich mir angeschaut was bis dahin die größte Strafe war die ein Unternehmen je an die Aktionäre zahlen musste. Den höchsten Betrag bisher musste die Bank of America zahlen, weil sie die eigenen Aktionäre in der Finanzkrise in Bezug auf die Übernahme von Merrill Lynch in die Irre geführt hat.

Die Höhe dieser Strafe, welche im Jahre 2012 gezahlt wurde betrug 2,43 Milliarden US-Dollar. Da auch der Skandal von VW ein sehr großer Betrugsfall ist und die Aktionäre ganz klar hintergangen wurden, gehe ich davon aus, dass VW eine Strafe in ähnlicher Höhe zahlen werden muss, ich nehme also an, dass die Klagen von Aktionären 2,4 Milliarden US-Dollar betragen werden.

Auch diese Einschätzung ist wieder konservativ aber wenn wir zur Bewertung kommen, werdet ihr sehen wieso es sinnvoll ist an dieser Stelle eher konservative Annahmen zu treffen.

Nun kommen wir noch zum letzten Punkt, dem Effekt auf die Umsätze.  Bisher hat so gut wie jedes Autounternehmen schon einmal einen Skandal in seiner Geschichte erlebt, darunter sowohl VW und Toyota aber auch General Motors oder Ford. All diese Marken haben sich aber wieder erholt und ich denke, dass das auch definitiv bei VW der Fall sein wird. Dass die Umsätze für kurze Zeit fallen werden, denke ich aber dennoch, so wie das auch bei Toyota der Fall war.

Bei Toyota sind die Umsätze um knapp 7% gefallen  und haben sich dann insgesamt 3 Jahre auf einem Niveau unter dem Vorskandalumsatz bewegt.

Um wieder konservativ zu sein gehen wir davon aus, dass die Umsätze bei VW um 20% fallen werden. Das liegt zum einen daran, dass wir konservativ sein wollen und zum anderen daran, dass es realistisch ist, dass viele betroffene VW-Fahrer etwas sauer auf das Unternehmen sein werden und ihr nächstes Auto und auch das Auto ihrer Verwandten kein VW mehr sein wird. Auch hier spielt wieder mit, dass VW viel bewusster betrogen hat als bspw. Toyota.

Außerdem gehen wir davon aus, dass der Skandal nicht so schnell vergessen sein wird wie bei Toyota und die Umsätze sich 5 Jahre auf dem tiefen Niveau bewegen werden, bevor sie wieder auf das Vorskandal-Niveau zurückkommen.

Nun haben wir also alle Daten über den Skandal recherchiert oder Annahmen über diese getroffen und damit schon einmal einen der schwersten Schritte hinter uns gebracht. Diese Recherche ist oft ein bisschen anstrengend, aber du weißt ja: Wer die Recherche nicht ehrt, ist die Rendite nicht wert.

Die Bewertung

Bei der Bewertung von Unternehmen in Sondersituationen, egal ob das Unternehmen sind die Verluste schreiben, in Skandale verwickelt sind, das Ziel einer Übernahme darstellen oder sonstiges, macht es Sinn die Bewertung in zwei Schritte zu unterteilen.

Im Fall von Skandalen oder großen Strafzahlungen bewertet man das Unternehmen zuerst so, als wäre es gar nicht in einer Sondersituation und dann bewertet man das Unternehmen so, als würden die Strafen sehr hoch ausfallen.

Man macht also eine Bewertung ohne die Effekte des Skandals und eine Bewertung bei denen der Skandal die schlimmsten Folgen hat, die man sich nur vorstellen kann. Aus diesem Grund habe ich auch vorher, bei der Schätzung der Daten immer versucht möglichst konservativ zu sein.

Ich fange am liebsten immer mit der Bewertung ohne die Effekte des Skandals an, was oft praktischer ist auch wenn es schlussendlich keine Auswirkung auf das Ergebnis hat.

Wir bewerten das Unternehmen jetzt also aus Sicht vom Oktober 2015 und zwar so, als würde es gar keinen Skandal geben.

Der Diskontierungszinssatz

Wie du ja schon gelernt hast, muss man bei der DCF-Analyse immer einen Diskontierungszinssatz herausfinden, mit dem man schlussendlich den Barwert der Cashflows des Unternehmens berechnen kann.

Wie du bestimmt auch schon weißt entspricht dieser Diskontierungszinssatz immer den Kapitalkosten des Unternehmens. Der Begriff Kapitalkosten mag dabei vielleicht kompliziert klingen ist aber im Grunde ganz einfach zu verstehen, wenn du dir Geld bei einer Bank leihst um beispielsweise mit deiner Firma eine Investition zu tätigen, dann verlangt diese Bank Zinsen von dir und diese Zinsen sind die Kosten des Fremdkapitals.

Nun setzt sich das Kapital aber nicht nur aus Fremdkapital zusammen, sondern auch aus Eigenkapital. Während es immer sehr leicht ist die Fremdkapitalkosten eines Unternehmens zu bestimmen, ist es oft viel schwerer die Eigenkapitalkosten eines Unternehmens zu berechnen.

Den wenn ein Eigenkapitalgeber, also ein Investor bzw. Aktionär, in ein Unternehmen investiert bekommt er ja nicht einfach irgendwelche Zinsen wie die Fremdkapitalgeber aber dennoch ist Eigenkapital zu besorgen nicht kostenlos oder?

Nein es ist nicht kostenlos, und was bei den Fremdkapitalgebern die Zinsen sind, ist bei den Eigenkapitalgebern die Rendite der Aktie und je nach Unternehmen auch die Dividende.

Das ist ja auch ganz logisch, denn immer wenn du Kapital investierst, willst du Rendite machen. Wenn du Anleihen kaufst also Fremdkapital investierst, dann bekommst du diese Rendite durch Zinsen und diese Zinsen bzw. diese Rendite sind dann gleichzeitig die Fremdkapitalkosten des Unternehmens, in das du investierst.

Wenn du eine Aktie kaufst, also Eigenkapital investierst, willst du wieder eine Rendite, diesmal bekommst du die aber in Form von Kursgewinnen und Dividenden. Und diese Kursgewinne und Dividenden sind die Eigenkapitalkosten des Unternehmens.

Wenn man den Diskontierungszinssatz bzw. die Kapitalkosten  berechnet stellt sich also nur noch die Frage, zu welchem Zinssatz das Unternehmen Fremdkapital aufnehmen kann und welche Rendite, die Investoren die Eigenkapital in das Unternehmen investieren haben wollen

Wie man das herausfindet wirst du im nächsten Artikel lernen. Ich hoffe du konntest auch heute wieder viel lernen und keine Sorge, wenn das mit den Eigenkapitalkosten noch etwas kompliziert klingt, je öfter man es hört desto klarer wird das Ganze.

Wenn euch diese kleine Bewertungsserie gefällt, dann  könnt ihr den Artikel gerne liken, teilen oder kommentieren.

Rationale Grüße,

Kolja Barghoorn &  Noah Leidinger

 

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Skandale, Verluste und Übernahmen - die Bewertung von Unternehmen in Sondersituationen Teil 3

Im letzten Artikel hast du ja schon einen kurzen Einblick bekommen, was die Kapitalkosten vom Prinzip her sind. Heute werden wir uns damit beschäftigen wie man diese für Unternehmen berechnen kann und damit einen Schritt weiter auf unserem Weg zur Bewertung von Unternehmen in Sondersituationen gehen, so dass du in Zukunft jedes Unternehmen ob VW, die Deutsche Bank oder wenn auch immer bewerten kannst.

Die Kapitalkosten

Wichtig ist, dass sich die Berechnung der Kapitalkosten bei Unternehmen in Sondersituationen wie in unserem Fall VW nicht von der Berechnung der Kapitalkosten bei normalen Unternehmen unterscheidet.

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Skandale, Verluste und Übernahmen - die Bewertung von Unternehmen in Sondersituationen

Value-Investing und die Deutsche Bank, zwei Worte die in ein und demselben Satz eigentlich nicht vorkommen dürfen - mögen viele Value-Investoren denken – doch wieso eigentlich nicht?

Zuerst einmal müssen wir uns klar werden, was ein Value-Investor ist. Ein Value-Investor ist vereinfacht gesagt jemand der einen Euro für weniger als einen Euro kauft, oder etwas sachlicher formuliert, jemand der in unterbewertete Unternehmen investiert, sprich Unternehmen deren intrinsischer Wert höher ist als deren Kaufpreis.

Das Paradebeispiel für einen Value-Investor ist in vielen Augen Warren Buffet, doch in Wahrheit ist dieser nicht nur Value-Investor sondern auch ein Qualitätsinvestor. Er investiert also nicht nur in Unternehmen die unterbewertet sind sondern auch noch in Unternehmen die er als qualitativ hochwertig ansieht.


 

Für jemanden wie Warren Buffet wäre die Deutsche Bank aktuell wohl tatsächlich kein Titel, den er in seinem Depot haben will, für einen reinen Value-Investor allerdings eventuell schon.

Es ist nämlich ganz wichtig zu verstehen, dass selbst das schlechteste Unternehmen (mit einigen wenigen Ausnahmen) unterbewertet sein kann.

Risikoreich und dennoch unterbewertet?

Viele, darunter auch angebliche Value-Investoren argumentieren, dass die Deutsche Bank viel zu risikoreich sei und sie die Aktie deshalb niemals kaufen würden.

Das mag zuerst logisch klingen, doch hat einen ganz entscheidenden Fehler und zwar ist es aus Sicht eines Value Investors egal wie risikoreich ein Unternehmen ist, wenn es unterbewertet ist. Ich sage nicht, dass es egal ist wie risikoreich ein Unternehmen ist, nein, ich sage nur das das egal ist wenn man festgestellt hat, dass das Unternehmen unterbewertet ist.

Das mag für viele jetzt erst einmal unlogisch und sehr kontra-intuitiv klingen doch es ist im Grunde ganz einfach. In jeder Unternehmensbewertung (solange sie richtig gemacht wird) ist das Risiko des Unternehmens in den Unternehmenswert eingepreist.

Das bedeutet, wenn ich herausfinde, dass ein Unternehmen meiner Meinung nach unterbewertet ist und ich eine ordentliche Analyse gemacht habe, dann habe ich das Risiko schon eingepreist.

In anderen Worten wenn ich die Deutsche Bank bewerten und dabei herausfinden würde, dass das Unternehmen unterbewertet ist, dann kann ich als Value Investor nicht argumentieren, dass ich dennoch nicht kaufe da es zu risikoreich ist.

Denn das Unternehmen ist selbst mit diesem Risiko noch unterbewertet und insofern meine Analyse richtig ist kaufe ich selbst mit diesem Risiko einen Euro für 50 Cent.

Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen …

Doch natürlich ist eine ordentliche Bewertung von einem Unternehmen wie der Deutschen Bank schwerer als eine Analyse von Nestle oder Coca-Cola, wieso sollte man sich also überhaupt die Mühe machen?

Die Antwort ist recht einfach, Märkte sind ziemlich effizient und in Zeiten wie der aktuellen Zeit wirkliche Unterbewertungen zu finden ist sehr schwer. 

Vor allem bei den stabilen Unternehmen wie Unilever, Nestle, Daimler und so weiter und so fort, ist es nahezu sinnlos in guten Zeiten zu investieren, da diese Unternehmen enorm fair bewertet sind. Das liegt vor allem daran, dass diese Unternehmen relativ leicht zu bewerten sind.

Wenn man als Value-Investor auf der Suche nach Schnäppchen ist, muss man fast immer dorthin schauen, wo es brennt oder wo sich kein Anderer hinwagt. Überall wo also Krisen sind, wo es große Veränderungen gibt und wo die Bewertung von Unternehmen schwerer wird und es nicht mehr reicht 10 Zahlen in eine Excel-Datei einzugeben, dort kann man Geld machen.

In diesen Situationen muss man in der Regel sehr viele Annahmen treffen, weshalb sich der Großteil des Marktes unwohl fühlt solche Unternehmen zu bewerten. Viele Investoren haben Angst davor falsche Annahmen zu treffen und wagen sich oft gar nicht erst in die Nähe von Unternehmen wie der Deutschen Bank.

Doch das Geheimenis ist, dass es vollkommen egal ist, ob du mit deinen Annahmen falsch liegst du musst nur richtiger liegen als 99% der anderen.

Und da 98% der Anderen nicht einmal versuchen Annahmen zu treffen sondern solche Unternehmen einfach willkürlich verkaufen oder kaufen hast du relativ große Chancen genau in den komplexeren Fällen wirklich unterbewertete Unternehmen zu finden.

Der Markt hasst Unsicherheit und reagiert oft etwas zu stark in eine Richtung, wenn viel Unsicherheit vorhanden ist. Das merkt man beispielsweise auch genau an solchen Aussagen wie der die anfangs angesprochen wurden, so argumentieren viele damit ein Unternehmen nicht zu kaufen bzw. zu verkaufen da es "zu risikoreich" ist.

Allerdings ist es so, dass sich ab einem gewissen Kurs ein Kauf selbst mit diesem Risiko lohnt. Wer solche Unternehmen und damit ihr Risiko nicht einmal sachlich bewertet, kann nie wissen wann dieser Kurs gekommen ist und so passiert es oft, dass der Kurs in Krisen einfach viel zu stark fällt, das Unternehmen also unterbewertet ist. 

Das ist auch der Grund dafür, dass man in Krisenfällen relativ oft wirkliche Schnäppchen findet, zumindest wenn man sich daran wagt Unternehmen in Krisenfällen zu bewerten.

Deshalb kann ich jeden Investor dazu ermutigen sich auch in Fällen wie dem der Deutschen Bank oder auch dem von VW am Anfang dieses Jahres zu trauen, diese Unternehmen zu bewerten.

Das erfordert viel Übung und ist oft nicht ganz leicht, doch es lohnt sich und wenn man solche Unternehmen auch nur annähernd bewerten kann hat man schon einmal einen Vorsprung vor 98 Prozent der anderen Marktteilnehmer.

Praxis

Bei all der Theorie muss man aber immer noch etwas umsetzen, sonst lernt man nicht, wie man solche Unternehmen bewerten kann.

Und wie du ja sicher schon gelernt hast ist Unternehmensbewertung wie ein Handwerk und man muss es einfach machen um es zu lernen. Die Unternehmen die wir uns in dieser kleinen Serie anschauen werden sind dann schon die etwas schwereren Handwerksstücke und es erfordert noch mehr Praxis um diese Handwerksstücke zu fertigen.

Aus diesem Grund werden wir gleich in diesem Artikel mit den ersten Bewertungsfällen anfangen und da ein berühmt berüchtigtes  Thema in diesem Jahr die VW Aktie war, werden wir uns genau mit solchen Bewertungen als erstes beschäftigen, sprich der Bewertung von Unternehmen auf die massive potentielle Strafzahlungen zukommen.

Beispielunternehmen: Volkswagen

Dazu ziehen wir am besten gleich als Beispiel die VW-Aktie heran und versetzen uns einfach in die Lage vom Oktober 2015. Natürlich können wir in diesem Artikel nicht das Ganze Unternehmen bewerten aber wir werden erst einmal die ersten Schritte legen und mit der Bewertung in folgenden Artikeln fortfahren.

Wir setzen uns zur Bewertung in die Lage vom Oktober 2015 zurück, da zu diesem Zeitpunkt noch viel mehr Unsicherheit in Bezug auf die Aktie und die Strafzahlungen bestand und das Unternehmen damals sehr stark abgestraft wurde.

Wer die Recherche nicht ehrt ist die Rendite nicht wert...

Immer wenn wir ein Unternehmen bewerten ist die Recherche der erste und sehr wichtige Schritt. Wenn auf ein Unternehmen, wie auf VW, beispielsweise große Strafzahlungen warten, dann ist der erste Schritt einmal herauszufinden welche Strafen konkret auf das Unternehmen zukommen könnten.

Dazu kann man auf diversen Seiten recherchieren, wobei die erste Anlaufstelle immer die Seite des Unternehmens selbst ist. Als weitere Quellen sollte man nur vertrauenswürdige Finanzseiten wie Bloomberg, Reuters oder die Börse ARD heranziehen, wobei man die jeweiligen Nachrichten immer darauf prüfen muss, wie viel Spekulation in den jeweiligen Aussagen steckt und wie viele der Nachrichten wirklich verständlich und gut recherchiert wurden.

(In unserem Fall greife ich auf eine Bewertung des amerikanischen Professors Aswath Damodaran zurück der damals die ganzen Daten schon herausgefunden hat, da es heute nicht mehr möglich wäre die Daten so zu recherchieren als wäre es Oktober 2015)

Im Falle von Volkswagen sah das am Oktober 2015 also wie folgt aus:

Gesetzliche Strafen: Zu den Zeitpunkt hat das Unternehmen bereits 7,3 Milliarden Dollar für mögliche gesetzliche Strafen zurückgelegt. Zusätzlich gibt es von Seiten der amerikanischen Umweltinstitution EPA noch potentielle Strafen die die Gesamtbelastung durch gesetzliche Strafen bis auf 18 Milliarden erhöhen könnten. Die gesetzlichen Strafen sind aber, auch wenn noch nicht ganz klar ist wie hoch sie sein werden, immer noch einfacher zu beschaffen als die vielen anderen Kosten die auf das Unternehmen höchstwahrscheinlich zukommen werden.

So hat das Unternehmen 11 Millionen betroffene Autos ausstehen und der Rückruf dieser sowie alle Kosten die damit zu tun haben werden das Unternehmen auch noch einmal massiv treffen.

Schließlich kann es natürlich auch sein, dass die Marke durch diesen Skandal leidet und dadurch die Umsätze und das operative Einkommen und damit die Cash-Flows in Zukunft sinken werden. Schließlich werden auch noch einige Aktionäre das Unternehmen verklagen, da es etwas von ihnen verheimlicht hat, was den Aktionären nun durch den fallenden Aktienkurs geschadet hat.

Auch ein falsches Ergebnis ist das Beste wenn es keine anderen gibt!

Während die gesetzlichen Strafen und deren Auswirkung auf das Unternehmen zumindest schon einmal ungefähr klar sind und irgendwo zwischen 7 und 18 Milliarden US-Dollar liegen werden, so sind die anderen beiden Kosten sehr unklar und genau an diesem Punkt hören die meisten Investoren auf das Unternehmen zu analysieren und geben auf.

Doch genau deshalb hat man, wenn man hier dennoch versucht das Unternehmen bestmöglich zu bewerten einen großen Vorteil gegenüber anderen Anlegern. Also müssen wir jetzt unsere besten Schätzungen machen und auch wenn diese zu 99,9% falsch sein werden, liegen wir doch richtiger als der Großteil, derer die gar keine Schätzungen abgibt.

Was könnten wir also tun um irgendwie an Schätzungen zu kommen, wie hoch die Gesamtkosten des Skandals für das Unternehmen sein werden?

Naja, wir können einfach so vorgehen, wie wir sehr oft vorgehen wenn wir Schätzungen für ein zukünftiges Ereignis brauchen – wir blicken in die Vergangenheit.

Naheliegend ist es also, sich andere Skandale von Autounternehmen in der Vergangenheit anzusehen und wenn wir ein paar Jahre zurückgehen stoßen wir 2010 auf  einen Skandal bei Toyota.

Damals musste das Unternehmen in Amerika aufgrund von festhängenden Pedalen und wegen rutschender Fußmatten sowie kurzzeitig aussetzender Bremsen viele Autos zurückrufen und substantielle Strafen zahlen.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen wie sich der Skandal im Gesamten auf VW auswirken wird, hilft also eventuell ein Blick auf den Skandal Toyotas.

 

Nachdem wir nun einmal alle Daten recherchiert haben, werden wir uns im nächsten Artikel an die praktische Bewertung des Unternehmens VW machen.

Ich hoffe ihr konntet wieder viel in diesem Artikel lernen und wenn ihr noch mehr Inhalte zu diesem Thema wollt, könnt ihr den Artikel gerne liken, teilen oder kommentieren.

Rationale Grüße,

Kolja Barghoorn & Noah Leidinger

 

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So finde ich die besten ETFs als Investment - Tracking Difference von ETF berechnen

Wir alle können die Qualität von Kaffee beurteilen, Kaffee eingießen, ein bisschen Milch, Zimt und dann kommt der Geschmackstest, doch bei ETFs ist das leider nicht ganz so einfach…

Und damit Herzlich willkommen zum vierten Teil der ETF-Bewertungsserie und damit auf dem Aktien mit Kopf Blog. Heute geht es darum - wie im Intro auch schon angedeutet - wie man die Qualität eines ETFs bewerten kann.

Einige mögen jetzt sagen, dass es sehr wohl sehr einfach sei die Qualität eines ETFs zu bewerten – wenn die TER niedrig ist dann ist die Qualität hoch und wenn sie hoch ist, dann ist die Qualität entsprechend schlecht.

Leider sind im TER also dem Total Expense Ratio nicht die totalen Kosten enthalten sondern nur ein Teil dieser, genauer gesagt die Fixkosten also die Kosten die von Anfang an fix und bekannt sind. Darunter fallen die Lizenzgebühren für das Abbilden des Index, die Bankgebühren oder die Verwaltungsgebühr fürs Management.

Doch wie du bestimmt schon aus der Unternehmensanalyse weißt, gibt es nicht nur Fixkosten, sondern auch variable Kosten. Diese fallen erst im laufenden Geschäftsjahr an und können auch immer wieder schwanken, weshalb sie meist auch nicht angegeben werden, sie fallen aber dennoch immer an. Dazu gehören Maklerprovisionen, Börsentransaktionskosten, Steuern, Swap-Kosten usw.

All diese Kosten sind in der TER nicht enthalten und genau deshalb sind nicht immer die ETFs mit dem niedrigeren TER auch die besseren ETFs, weshalb wir eine andere Kennzahl brauchen um den perfekten ETF für uns zu finden.

Und diese Kennzahl lautet Tracking Difference.

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Bei ETFs AUSSCHÜTTUNG oder THESAURIERUNG wählen? Was ist besser?

In diesem  dritten Teil der ETF-Bewertungsserie  geht es um nichts anderes, als die entscheidende Frage des Lebens:

Nehme ich einen thesaurierenden oder einen ausschüttenden ETF?

Damit du auf deiner Suche nach dem für dich perfekten ETF nicht zu sehr verwirrt bist und für dich selbst entscheidende kannst was am besten zu deiner Strategie passt, ob Thesaurierer oder Ausschütter , habe ich  einfach einmal eine kleine Diskussion zwischen Bodo und mir aufgezeichnet:

Die Thesaurierungsdiskussion

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